20 Jahre deutsche Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung übernahm SCHOTT in Mainz die Geschäftsanteile an dem zwischenzeitlichen "Volkseigenen Betrieb" in Jena und baute ihn zu einem modernen Standort aus.
"Der Neuaufbau in Jena war eines der größten unternehmerischen Abenteuer unserer Firmengeschichte. Wir haben damals Verantwortung für unseren Gründungsstandort und die Menschen dort übernommen. Nur mit der Hilfe von SCHOTT hatte das alte Werk in Jena eine Zukunftschance. Heute blicken wir mit Stolz zurück, denn bei SCHOTT ist die Wiedervereinigung gelungen", so Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der SCHOTT AG.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte für SCHOTT einen tiefen Einschnitt gebracht. Weil Jena zur sowjetischen Besatzungszone gehören sollte, nahmen amerikanische Truppen bei ihrem Rückzug im Sommer 1945 die Geschäftsleitung und ausgewählte Spezialisten aus Jena mit nach Süddeutschland, um deren Know-how für den Westen zu sichern. Dieser später so genannte "Zug der 41 Glasmacher" führte die Schottianer schließlich 1952 nach Mainz. Auslöser dafür war die Enteignung des Stammwerkes in Jena und die Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb (VEB) 1948 sowie die politische Teilung Deutschlands durch die Gründung der Bundesrepublik im Westen und der DDR im Osten im Jahr 1949.
In den Folgejahren war SCHOTT ein Spiegelbild der deutschen Zeitgeschichte. Wie Deutschland war nun auch das Unternehmen geteilt. Fest in die sozialistische Planwirtschaft eingebunden, etablierte sich der jetzt volkseigene Betrieb in Jena zum Hauptlieferanten für Spezialglas in Osteuropa. In Mainz bauten die "41 Glasmacher" unter der Leitung von Erich Schott ein neues Hauptwerk auf und führten das Stiftungsunternehmen dort weiter. Von Mainz aus gewann SCHOTT seine frühere Position als einer der weltweit führenden Spezialglashersteller zurück. Dazu trugen neue zukunftsträchtige Produkte bei. In dem Maße wie SCHOTT die Märkte neu eroberte, erfolgte der Ausbau zu einer international agierenden Firmengruppe.
Der Fall des "Eisernen Vorhangs" und die staatliche Wiedervereinigung Deutschlands bot auch SCHOTT die Chance zur Wiedervereinigung. SCHOTT Mainz übernahm die Geschäftsanteile an seinem alten Stammhaus in Jena, sanierte und restrukturierte den technologisch rückständigen Betrieb mit einer großen Kraftanstrengung und gliederte ihn als modernen Standort in den SCHOTT Konzern ein.
Heute beschäftigt SCHOTT in Jena mehr als 1000 Mitarbeiter und stellt dort unter anderem Spezialgläser für Sicherheits- und Brandschutzverglasungen sowie Wafer und Dünnschichtmodule für Solaranlagen her.
Quelle: Pressemeldung SCHOTT Solar AG
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