3. Mai: Welttag der Pressefreiheit
Die UNESCO verleiht dem srilankischen Journalisten Lasantha Wickrematunge posthum den Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit. Der Zeitungsherausgeber war im Januar dieses Jahres in Colombo auf offener Straße erschossen worden. Die Auszeichnung ist am 3. Mai 2009 zur Feier des Welttags der Pressefreiheit in Katars Hauptstadt Doha. Nach UNESCO-Angaben kamen 2008 weltweit mindestens 45 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs ums Leben.
Lasantha Wickrematunge war seit 1994 Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Sunday Leader" auf Sri Lanka. Er kritisierte die Korruption in der srilankischen Regierung und den Krieg gegen die tamilischen Rebellen. Wickrematunge hatte seine Ermordung vorhergesehen. Die Redaktion veröffentlichte nach dem Attentat seinen letzten Artikel. Darin bekannte er sich zur Pressefreiheit - auch unter Einsatz seines eigenen Lebens. Wickrematunge wurde 51 Jahre alt und hinterlässt drei Kinder.
"Die Jurymitglieder haben sich fast einstimmig für einen Mann ausgesprochen, der sich bewusst war, welchen Gefahren er ausgesetzt war. Wickrematunge hat sich aber dennoch dafür entschieden, seine Meinung auch unter Lebensgefahr zu sagen - trotz häufiger Todesdrohungen. Er wird immer ein Vorbild für viele Journalisten überall auf der Welt sein", sagte Joe Thloloe, Jury-Präsident und Presse-Ombudsmann in Südafrika.
Die UNESCO vergibt seit 1997 den Guillermo-Cano-Preis jährlich am Welttag der Pressefreiheit. Die Auszeichnung wird zum zweiten Mal posthum verliehen. Preisträgerin 2007 war die im Jahr zuvor ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja. Die Auszeichnung erinnert an den kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano, der 1987 ermordet wurde.
Der Welttag der Pressefreiheit findet seit 1993 jedes Jahr am 3. Mai statt. Er erinnert an die "Erklärung von Windhoek", die 1991 von der UNESCO verabschiedet wurde. Die Erklärung betont die Rolle einer unabhängigen, freien und pluralistischen Presse für Demokratie und Meinungsfreiheit. Sie prangert Zensur als eine Verletzung der Menschenrechte an.
Quelle: Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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