AOK - Die "Rechtsberatungskasse"
Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Hessen des NAV-Virchowbundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Hans-Martin Hübner, sieht in der zur Zeit in den Medien laufenden Kampagne der AOK "Ich mach mehr" eine nicht vertretbare Verschwendung von Beitragsgeldern. In dieser Aktion preise die AOK Rechtsberatung bei Behandlungsfehlern an, indem sie verspreche, bei der Aufklärung solcher vermeintlicher Fälle zu helfen.
Bisher hätten die Schiedsstellen der Ärztekammern und auch die Gerichte den Betroffenen sachlich und kompetent helfen können, erklärte Dr. Hübner. Politische Stimmungsmache sei nicht der richtige Weg.
Habe schon die Bundesgesundheitsministerin zu einer massiven Klimaverschlechterung beigetragen, so sollten sich die Krankenkassen diese Umgangsformen nicht zu eigen machen.
Vor dem Hintergrund zunehmender Rationierung von Leistungen im ambulanten Gesundheitswesen fragte sich Dr. Hübner, ob diese Gelder nicht sinnvoller verwendet werden sollten, zumal die AOK von Fremdkassen finanziell über Wasser gehalten werden müsse. Der mit dem neuen Gesetz verbundene "Auftrag" zur Unterstützung der Versicherten bei Behandlungsfehlern (§66) könne nicht dazu führen, daß die AOK oder andere Kassen Beitragsgelder in Millionenhöhe für fragwürdige Medienkampagnen verschleudern. Die Versorgung der Patienten und die dazugehörige Bereitstellung ausreichender Mittel sei eine der wichtigsten Aufgaben einer Krankenkasse. Eine Kampagne gegen die Rationierung im Gesundheitswesen wäre wohl eher sinnvoll gewesen. "Kassenallmacht" und Sozialisierung zerstören unser ambulantes Gesundheitswesen, betonte Dr. Hübner.
Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund
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