Absenkung des Urlaubanspruchs: Alle verlieren

20.08.2010 | Berlin
Zu den Forderungen der Wirtschaftsverbände den Urlaubsanspruch um zwei Wochen abzusenken erklären Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte und Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik:

Die Forderung, den Urlaubsanspruch der Beschäftigten von sechs auf vier Wochen abzusenken, kritisieren wir scharf. Den Beschäftigten steckt die Krise noch in den Knochen, durch diese absurden Forderungen sollen die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter ausgehöhlt werden. Gewerkschaften und Beschäftigte haben in der Krise konstruktive Zurückhaltung geübt. Der Vorschlag wirkt jetzt wie ein Schlag ins Gesicht.

Mit solchen Vorschlägen wird die Angst der Beschäftigten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ausgenutzt, um die Lohnkosten weiter zu senken. Der bisherige Urlaubsanspruch ist berechtigt und wichtig für die Menschen. Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt sind in den letzten Jahren immens gestiegen. Der Druck auf die Beschäftigten ist hoch. Deswegen ist ein ausreichender Urlaubsanspruch eine Notwendigkeit. Kluge Unternehmen sollten wissen, dass nur erholte Beschäftigte eine verlässliche Arbeitsleistung erbringen können. Die Folge ist keine win-win-Situation, sondern eine lose-lose-Situation.

Das Urlaubsverhalten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat sich ohnehin schon stark verändert. Immer mehr Beschäftigte reisen kürzer, sind auch im Urlaub erreichbar und reizen ihren Urlaubsanspruch aus Angst um ihren Arbeitsplatz teilweise nicht voll aus.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass auch die Touristik- und Freizeitbranche in Deutschland - gerade auch im ländlichen Raum - ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Weniger Urlaub und Freizeit schwächte diese Branche und damit auch die Binnenkonjunktur

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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