Ärzte sind nicht die Prügelknaben der Nation - Politik redet einen ganzen Berufsstand tot
"Es ist kein Wunder, wenn junge Menschen Berufe suchen, in denen sie nicht während ihrer Nachtruhe gestört werden, nicht das hohe Risiko ärztlicher Verantwortung tragen und als Lohn zu Prügelknaben der Nation gestempelt werden." Stattdessen forderte der Vorsitzende der "Jungen Ärzte im Hartmannbund", Dr. med. Uwe Mauz, heute in Erfurt von den Politikern neben einer fairen Behandlung vor allem Reformen, die Berechenbarkeit und Planungssicherheit im Gesundheitssystem schaffen.
"Die Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis müssen attraktiver werden." Dr. Mauz kritisierte die unstillbare Regelungswut von Politikern und Krankenkassenvertretern, die eine überbordende Bürokratie auf Kosten der Patientenbetreuung verursacht. "Schon jetzt braucht ein Krankenhausarzt fast ein Drittel seiner Arbeitszeit zur Erledigung von Verwaltungsaufgaben."
Die ethische Ausnutzung der Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Bereich darf nicht länger hingenommen werden. Unbezahlte Überstunden - ca. 50 Mio. im Jahr - veraltete hierarchische Strukturen, familienfeindliche Arbeitszeit, überlange Dienste und - nicht zu vergessen - die äußerst schädliche Kampagne, die Ärzte als unwirtschaftliche Leistungserbringer diffamiert, deren Leistungsqualität kontrolliert werden muss, lassen den Arztberuf für die darin Tätigen zunehmend unattraktiv erscheinen.
Die Folgen sind schon sichtbar: In den neuen Bundesländern, ländlichen Gebieten, kleineren Krankenhäusern, aber auch Universitätskliniken sind Stellen kaum zu besetzen. Stationen müssen geschlossen werden. Es gibt Wartelisten auf planbare Operationen. Die patientennahe Versorgung in der Stadt und besonders auf dem Land ist gefährdet. "Es ist höchste Zeit zur Umkehr", mahnte Dr. Mauz.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
Dieser Beitrag wurde bisher 63 mal gelesen.
(Rang 598 auf landtagswahlen24.de)
Weitere News
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
27.04.2012 | Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die erneuerbaren Energien in Deutschland in den...
weiter in Neue Energie für Bayern - WSB ..."Schießt nicht auf Unschuldige!"
23.11.2011 | Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber friedlichen Demonstranten in Kairo
weiter in "Schießt nicht auf Unschuldige!" ...Die Physik-Preisträger 2012 - Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)
17.11.2011 | Die DPG hat 22 Preisträgerinnen und Preisträger benannt, die während der DPG-Frühjahrstagungen im Jahr 2012...
weiter in Die Physik-Preisträger 2012 - ...Für einen stärkeren Datenschutz auf EU-Ebene
07.11.2011 | Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und EU-Justizkommissarin Viviane Reding, Vizepräsidentin der...
weiter in Für einen stärkeren Datenschutz auf ...Ohoven: Mittelstand begrüßt steuerliche Entlastung als vernünftigen Kompromiss
07.11.2011 | Als psychologisch wichtiges Signal zur Sicherung des Aufschwungs bezeichnete der Präsident des Bundesverbandes...
weiter in Ohoven: Mittelstand begrüßt ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
