Ärzte sind nicht die Prügelknaben der Nation - Politik redet einen ganzen Berufsstand tot

07.02.2003 | Berlin
Der Traumberuf Arzt darf nicht zum Albtraum werden

"Es ist kein Wunder, wenn junge Menschen Berufe suchen, in denen sie nicht während ihrer Nachtruhe gestört werden, nicht das hohe Risiko ärztlicher Verantwortung tragen und als Lohn zu Prügelknaben der Nation gestempelt werden." Stattdessen forderte der Vorsitzende der "Jungen Ärzte im Hartmannbund", Dr. med. Uwe Mauz, heute in Erfurt von den Politikern neben einer fairen Behandlung vor allem Reformen, die Berechenbarkeit und Planungssicherheit im Gesundheitssystem schaffen.

"Die Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis müssen attraktiver werden." Dr. Mauz kritisierte die unstillbare Regelungswut von Politikern und Krankenkassenvertretern, die eine überbordende Bürokratie auf Kosten der Patientenbetreuung verursacht. "Schon jetzt braucht ein Krankenhausarzt fast ein Drittel seiner Arbeitszeit zur Erledigung von Verwaltungsaufgaben."

Die ethische Ausnutzung der Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Bereich darf nicht länger hingenommen werden. Unbezahlte Überstunden - ca. 50 Mio. im Jahr - veraltete hierarchische Strukturen, familienfeindliche Arbeitszeit, überlange Dienste und - nicht zu vergessen - die äußerst schädliche Kampagne, die Ärzte als unwirtschaftliche Leistungserbringer diffamiert, deren Leistungsqualität kontrolliert werden muss, lassen den Arztberuf für die darin Tätigen zunehmend unattraktiv erscheinen.

Die Folgen sind schon sichtbar: In den neuen Bundesländern, ländlichen Gebieten, kleineren Krankenhäusern, aber auch Universitätskliniken sind Stellen kaum zu besetzen. Stationen müssen geschlossen werden. Es gibt Wartelisten auf planbare Operationen. Die patientennahe Versorgung in der Stadt und besonders auf dem Land ist gefährdet. "Es ist höchste Zeit zur Umkehr", mahnte Dr. Mauz.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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