Aktivitäten gegen Risiken der Gentechnik für 2011 geplant

07.12.2010 | Mainz
Unter dem Motto "Gentechnikfrei - wir bleiben dran!" trafen sich am 4. und 5. Dezember rund 100 Gentechnik-Kritiker in Leipzig zur bundesweiten Tagung der gentechnikfreien Regionen und Aktiven.

Landwirte, Imker, Gärtner und Verbraucher, Aktive aus Gentechnikfreien Regionen und Kommunen, Länder-Aktionsbündnisse, Vertreter von Umweltverbänden und Landwirtschafts- und Entwicklungshilfeorganisationen, Studenten verschiedener Universitäten, Feldbefreier und Feldbesetzer aus ganz Deutschland nutzten die zwei Tage für einen intensiven Austausch, eine bessere Vernetzung und Strategieplanungen für 2011.

Im nächsten Jahr stehen zahlreiche wichtige Entscheidungen zur Agro-Gentechnik an, wie die von Monsanto beantragte EU-weite Neuzulassung der in Deutschland verbotenen Gentechnik-Maissorte MON810 oder die von der Bundesregierung angekündigte Novellierung des Gentechnikgesetzes. Eine zentrale Zukunftsfrage ist die Sicherstellung von GVO-freiem Saatgut und der Fortbestand der Nulltoleranzregelung. Ziel der Anti-Gentechnikbewegung ist es dabei, in breiten Bündnissen und auf allen politischen Ebenen von der Kommune bis nach Brüssel Druck auf die verantwortlichen Politiker auszuüben.

Ein wichtiger Meilenstein ist die Großdemonstration "Wir haben es satt! Nein zu Gentechnik, zu Tierfabriken und zu Dumpingexporten - Ja zu einer bäuerlich ökologischen Landwirtschaft weltweit" am 22. Januar 2011 in Berlin, die von der Anti-Gentechnikbewegung unterstützt wird. Ein weiteres Ziel der Bewegung ist ein Anbauverbot der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora in Deutschland. Als wichtige Bestätigung ihrer Arbeit wertet die Anti-Gentechnikbewegung das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Gentechnikgesetz. Die obersten Richter in Karlsruhe wiesen nicht nur alle Klagepunkte des Landes Sachsen-Anhalt zurück, sondern stellten den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Artikel 20 a des Grundgesetzes) besonders heraus.

Erschütternd waren Vorträge zu den gravierenden gesundheitlichen Schäden durch den großflächigen Einsatz des Totalherbizids Roundup beim Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen. Dieses Beispiel zeigt, dass Fragen der Agro-Gentechnik nicht isoliert von anderen Themenfeldern wie dem Pestizideinsatz und der Notwendigkeit einer anderen zukunftsfähigen Landwirtschaft diskutiert werden können.

Die Beteiligten gehen gestärkt mit hoher Motivation in das Jahr 2011 - für eine gentechnikfreie Welt.

Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.

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