Angesichts dringender Probleme im Gesundheitswesen

09.10.2002 | Berlin
Dr. Thomas: "Gesundheitspolitik braucht engagierte, sachlich orientierte und ideologiefreie Gesprächsrunden!"

"Patienten und Ärzte haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es in der Gesundheitspolitik denn nun weitergehen soll." Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, forderte am Vortag der traditionell in Baden-Baden stattfindenden Jahreshauptversammlung seines Verbandes die Koalitionsfraktionen auf, "sehr schnell und sehr deutlich ihre gesundheitspolitischen Vorstellungen zu präsentieren, wobei es angesichts vieler dringender Probleme im deutschen Gesundheitswesen Sache des Bundeskanzlers sein müsste, mit dem Vermerk "Chefsache" hier den Arbeitsdruck zu erhöhen."

Schwerpunktmäßig nannte der Hartmannbund-Vorsitzende den drohenden Einbruch der flächendeckenden ambulanten und stationären Versorgung der Bevölkerung aufgrund des sich abzeichnenden Ärztemangels, die nach wie vor umstrittenen Chroniker-Programme, sowie "die Tatsache, dass die Qualität der Behandlung der Patienten in Praxis und Krankenhaus durch Bestimmungen eingeengt wird, die von der Politik vorgegeben und überwiegend von Nicht-Ärzten formuliert worden sind."

Große Gefahren sieht Dr. Thomas nach wie vor auch im Bereich des Datenschutzes durch die "immer weiter von der Politik forcierte Ausdehnung der Erfassung von Patientendaten, weil dadurch immer mehr Unbefugte Erkenntnisse über persönliche und intimste Lebensumstände der Patienten erhalten."

"Das ganz spezifische Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt wird durch den Zugriff der Krankenkassen und durch staatliche Eingriffe zunehmend zerstört", diagnostiziert der Hartmannbund-Vorsitzende und unterstreicht, dass "keine Kollegin und kein Kollege in Deutschland" dies weiterhin tatenlos hinnehmen würde. Um so wichtiger seien engagierte, sachlich orientierte und ideologiefreie Gesprächsrunden, um dem Gesundheitswesen in Deutschland zukunftssichere Perspektiven eröffnen zu können: "Solchen Diskussionen wird sich die deutsche Ärzteschaft nicht verweigern!"

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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