Anhörung im BMG ist eine Farce - Zukunft des deutschen Gesundheitssystems endlich ernst nehmen
Die Anhörung sei eine Farce, begründeten die Organisationen ihre Absage. Sie hätten erst am Donnerstag, 12. Oktober 2006, den Referentenentwurf erhalten. Gleichzeitig seien sie ohne vorherige Ankündigung zu einer fachlichen Anhörung für kommenden Montag eingeladen worden. Und dies, obwohl das Ministerium seit dem 4. Juli 2006 von den Koalitionsspitzen den Auftrag erhalten hatte, einen konkreten Gesetzesentwurf vorzulegen und somit ein sinnvoller zeitlicher Ablauf bei strukturiertem und effektivem Arbeiten des Ministeriums problemlos möglich gewesen wäre. Der Sinn einer fachlichen Anhörung sei es, die einzelnen Regelungen detailliert auf ihre Wirkungen hin abzuklopfen und auf mögliche auftretende Probleme hinzuweisen. Dies sei angesichts des Umfangs und der Tragweite der Änderungen in derart kurzer Frist jedoch "ein Ding der Unmöglichkeit".
Offenkundig sei der fachliche Rat der Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen gar nicht ernsthaft gefragt. Nun in aller Kürze eine fachliche Anhörung anzusetzen, um bereits am nächsten Tag (Dienstag 17.10.2006) die Ressortabstimmung durchzuführen, belege, dass nicht im Entferntesten daran gedacht sei, die möglichen Einwände der Spitzenorganisationen im Gesetzentwurf zu berücksichtigen. Es gehe hier um gravierende Veränderungen des Gesundheitssystems, von denen 80 Mio. Menschen betroffen seien. Angesichts der Komplexität der Neuregelungen und deren Wirkungen sei darüber hinaus eine eintägige Anhörung in keinster Weise angemessen. Es sei unverantwortlich, diesen Gesetzentwurf mit über 500 Druckseiten im Hau-Ruck-Verfahren zu beschließen. Über viele Einzelpunkte des Gesetzeswerks sei überhaupt noch nicht in aller Konsequenz fachlich und juristisch beraten, geschweige denn öffentlich diskutiert worden. Es werde Zeit, dass das zuständige Bundesgesundheitsministerium die anstehende Reform endlich inhaltlich ernst nimmt.
Die genannten Organisationen betonten, sie seien selbstverständlich bereit und in der Lage, im Interesse der Vermeidung von schädlichen Wirkungen auf die gesamte Bevölkerung und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems den Gesetzentwurf mit Sorgfalt zu prüfen und Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Diese Prüfung werden sie jedoch mit der gebotenen Sorgfalt durchführen und dann in ausführlichen Stellungnahmen der Politik und der Öffentlichkeit in einem angemessenem Zeitraum zur Verfügung stellen.
ABDA ? Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Berlin
Bundesärztekammer, Berlin
Bundeszahnärztekammer, Berlin
dbb beamtenbund und tarifunion, Berlin
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Berlin
Gemeinsamer Bundesausschuss, Siegburg
Hartmannbund ? Verband der Ärzte Deutschlands, Berlin
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Berlin
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Köln
Marburger Bund, Berlin
Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V., Essen
NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V., Berlin
Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen
AOK-Bundesverband, Bonn
BKK Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg
Verband der privaten Krankenversicherung e. V. (PKV), Köln
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
Weitere News
Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
14.11.2011 | GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter in Keine Versorgungslösungen, kein ...Das Internet als Demokratie-Verstärker
07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...
weiter in Das Internet als ...Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld
28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...
weiter in Gutachten zum Achten ...Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen
27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...
weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...Sprechererklärung: Minister de Maizière trifft Bonner OB Nimptsch und Landrat Kühn
24.10.2011 | Kurz vor der Stationierungsentscheidung für die Bundeswehr kamen wie vereinbart heute...
weiter in Sprechererklärung: Minister de ...Aktuelles
Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Allgäu Initiativ Konferenz beschließt Resolution aufgrund Bundeswehr- Standortschließungen
Gremium möchte mit Forderungen betroffene Kommunen...
weiter ...Neuigkeiten
Die Physik- Preisträger 2012 - Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)
Die DPG hat 22 Preisträgerinnen und Preisträger benannt, die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen
Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es...
weiter ...Archiv
Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Das Internet als Demokratie- Verstärker
Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie"...
weiter ...Verschiedenes
Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...Kinderkommission zum Tag der Kinderrechte am 20. November 2011
Vor 22 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der...
weiter ...
