Arbeitsmarktzahlen: Mit Union und FDP zurück zur Tagelöhnerei der Frühindustrie

29.07.2010 | Berlin
Zu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat Juli erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Immer mehr Zeitarbeit, die Zunahme befristeter Jobs und ein wachsender Niedriglohnsektor, das ist die bisherige Bilanz des vermeintlichen deutschen Jobwunders. Mit Union und FDP entwickelt sich der Arbeitsmarkt zurück zur Tagelöhnerei des frühindustriellen Deutschlands. Die Koalition beabsichtigt befristete Beschäftigung weiter zu erleichtern, die von der Arbeitsministerin angekündigte Bekämpfung des Missbrauchs von Zeitarbeit bleibt eine Fata Morgana und ein gesetzlicher Mindestlohn ist für Schwarz-Gelb nach wie vor Teufelszeug. Zudem sollen in den kommenden Jahren 16 Milliarden Euro bei der Arbeitsförderung gekürzt werden. Das geht zu Lasten von Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Ausbaden müssen diese Politik die Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können und die sich immer wieder neue Jobs suchen müssen, weil ihre Arbeitsverträge befristet oder weil sie bei Leiharbeitsfirmen beschäftigt sind. Darüber hinaus werden bei weniger Qualifizierung die Arbeitsmarktchancen für Arbeitssuchende sinken und der Fachkräftemangel zunehmen.

Wir setzen auf gute Arbeit und fordern:

einen gesetzlichen Mindestlohn,

gleichen Lohn für gleiche Arbeit und einen Risikozuschlag für Zeitarbeitnehmer und Zeitarbeitnehmerinnen,

die Abschaffung befristeter Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund

und mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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