Atomkonzerne zocken Deutschland ab
Eine Brennelementesteuer in Höhe von 2,5 Cent pro Kilowattstunde ist bis zur Abschaltung der letzten Reaktoren 2015 notwendig, damit Kosten, wie für die Sanierung des Atommüllendlagers Asse, nicht ausschließlich vom Steuerzahler getragen werden.
Noch im Juni hatte die Bundeskanzlerin öffentlich versichert, dass eine Brennelementesteuer unabhängig von der Debatte um neue Laufzeiten eingeführt werden soll. Am ersten Tag ihrer Energiereise rückte Merkel davon ab, ihr Umweltminister Norbert Röttgen will die Entscheidung darüber verschieben, was einem Etappensieg der Atomkonzerne gleichkäme.
"Sollte Merkel die Brennelementesteuer fallenlassen, wäre das ein einzigartiger Kniefall der Bundeskanzlerin vor der Atomindustrie", sagt Tobias Münchmeyer, Greenpeace-Atomexperte. "E.ON, RWE und Co. wollen sich die Laufzeitverlängerung in Geheimverhandlungen einfach kaufen und locken die Bundesregierung mit einem 30-Milliarden-Euro-Angebot. Gleichzeitig drohen die vier Atomkonzerne mit Abschaltung ihrer Kraftwerke, wenn sich die Kanzlerin nicht auf ihren Knebelvertrag einlässt. Solch einen schmutzigen Deal muss Merkel ablehnen. Die Kanzlerin muss jetzt klare Kante zeigen und die Geheimverhandlungen sofort abbrechen."
Atomwirtschaft muss an Folgekosten beteiligt werden
An der Leipziger Strombörse EEX erzielen die Atomkonzerne laut Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) pro Jahr ungerechtfertigte Gewinnmitnahmen in Höhe von fünf bis sechs Milliarden Euro - so genannte Windfall Profits. In diesem Umfang profitieren die Atomkonzerne vom Anstieg der Strompreise durch den Handel mit Emissionsrechten. Das System Börse versagt aber grundsätzlich beim Einpreisen der Folgekosten der Atomstromerzeugung, die nach FÖS-Berechnungen in Deutschland bisher 165 Milliarden Euro betragen. Mit der Brennelementesteuer würden die Unternehmen erstmals an diesen Kosten beteiligt werden. Greenpeace fordert eine Steuer von 2,5 Cent pro Kilowattstunde statt der bisher geplanten 1,5 Cent der Regierung. Das brächte dem Staat Einnahmen von jährlich rund 3,5 Milliarden Euro statt wie geplant 2,3 Milliarden.
"Die Strombörse Leipzig ist ein Tatort für die große Abzocke durch die Atomkonzerne. Sie machen Milliardengewinne und wälzen gleichzeitig ihre milliardenschweren Folgekosten auf den Steuerzahler ab. Diese Gewinnmitnahmen müssen endlich durch eine Brennelementesteuer abgeschöpft werden. Bundesfinanzminister Schäuble hat recht, wenn er die Steuer zur Finanzierung der Sanierung der maroden Atommüll-Endlager Asse und Morsleben fordert", so Münchmeyer.
Quelle: Pressemeldung Greenpeace e. V.
Weitere News
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
13.03.2012 | In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum Alltag. Zu verschiedenen Anlässen, wie etwa an...
weiter in Geschäftsgeschenke - eine gute ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
14.11.2011 | GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter in Keine Versorgungslösungen, kein ...Das Internet als Demokratie-Verstärker
07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...
weiter in Das Internet als ...Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld
28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...
weiter in Gutachten zum Achten ...Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen
27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...
weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
