Ausweitung der Praxisgebühr
"Dieser Vorschlag ist ein reines Modell zum Abkassieren der Patienten. Dafür werden sich die niedergelassenen Ärzte nicht hergeben. Ärzte sind nicht die Geldeintreiber für die Kassen."
Die jüngsten Proteste hätten gezeigt, dass Ärzte in vorderster Linie unter der massiven Last der Bürokratie leiden. "Eine Ausweitung der Praxisgebühr auf jeden Arztbesuch potenziert diese Bürokratie ins Unerträgliche", betont Dr. Zollner. Allein die Erhebung der Praxisgebühr, die Einnahmen der Krankenkassen seien, verursache rund 8,6 Millionen Arbeitsstunden im Jahr und blockiere rechnerisch rund 4.600 Arzthelferinnenstellen - ohne dass die Krankenkassen einen einzigen Cent Ausgleich dafür gewähren.
Die Praxisgebühr habe zwar teilweise Steuerungswirkung, deren gesamtes Ausmaß aber noch gar nicht abgeschätzt werden könne. So sei der überdurchschnittliche Rückgang der Arztbesuche in Gebieten mit sozial schwacher Bevölkerungsstruktur in seinen Folgen noch nicht wissenschaftlich ausgewertet worden.
"Wir befürchten, dass die Ausweitung der Praxisgebühr vor allem sozial Schwache vom Arztbesuch abhält und dadurch zur mittel- und langfristigen Verschlechterung deren Gesundheitszustandes führt, was im Endeffekt um ein Vielfaches teurer wird", unter-streicht Dr. Zollner.
Eines mache der Vorschlag jedoch deutlich: "Die Regelung der Finanzfragen hat offenkundig Vorrang vor der Strukturfrage. Diese Einsicht kann man nur begrüßen. Es ist höchste Zeit für eine konjunkturell unabhängige Finanzierungsgrundlage der Gesetzlichen Krankenversicherung", bemerkt Dr. Zollner.
Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund
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