BDI steht auf Seiten der Klinikärzte Solidarität mit Streikenden an Univ.-Kliniken

01.11.2011 | Wiesbaden
In einer Urabstimmung über einen Streik an den Univ.-Klinken haben 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte für die Aufnahme von Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat daraufhin beschlossen, Vorbereitungen für einen unbefristeten Vollstreik an den 23 Universitätskliniken im Tarifbereich der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu treffen, der ab 7. November beginnen wird.

Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI e.V.) steht voll hinter den Forderungen der Kolleginnen und Kollegen an den Univ.-Kliniken und unterstützt die StreikMaßnahmen. Das Votum zeigt nach den Worten von Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, sehr eindrücklich, wie groß der Unmut der Ärzte über das Verhalten der TdL ist, die während der Tarifverhandlungen zu keinerlei Kompromissen bereit war.

Für die Eskalation des Tarifkonflikts sei einzig und allein die TdL verantwortlich. "Die TdL will uns ein Tarifdiktat aufzwingen, das der hohen Leistungsbereitschaft der Uniklinik-Ärzte in Spitzenmedizin, Forschung und Lehre Hohn spricht. In den fünf Verhandlungsrunden hat die TdL noch nicht einmal einen vollen Inflationsausgleich in Aussicht gestellt. Selbst minimale Verbesserungen sollten die Ärzte durch Urlaubsverzicht oder längere Arbeitszeiten selbst finanzieren. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Nicht mit uns!"

Dies findet die volle Unterstützung des BDI, versichert BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack. Der BDI unterstützt

nachhaltig die Bemühungen der Kolleginnen und Kollegen um angemessene Arbeitsbedingungen und leistungsgerechte Vergütung ärztlicher Leistungen. Dass

immer mehr Ärzte aus der Versorgung abwandern und attraktivere Arbeitsbedingungen wählen, darf angesichts des Verhaltens der TdL nicht wundern. Der MB betont, dass der Streik eine Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern sei und sich nicht gegen die Patienten richte. Die Arbeitgeber haben es in der Hand, die Dauer dieses Konfliktes zu bestimmen.

Der BDI würde es sehr begrüßen, wenn die Arbeitgeberseite sich noch rechtzeitig mit dem Marburger Bund verständigen könnte, damit der Streik vermieden werden

kann.

Quelle: Pressemeldung Berufsverband Deutscher Internisten e.V.

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