Befürchtungen des ver.di-Vorsitzenden nicht nachvollziehbar
"Die neu entflammte Auseinandersetzung um die Aufsplittung der Krankenkassenaufgaben in Grund- und Wahlleistungen ist als eine Diskussionsgrundlage von vielen möglichen anderen vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation in der gesetzlichen Krankenversicherung sicherlich unumgänglich. Diese Aufsplittung führt aber mitnichten zwingend zur Zwei-Klassen-Medizin, sondern bewahrt uns geradezu davor."
Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, vermochte in Bonn den Befürchtungen des ver.di-Vorsitzenden, Frank Bsirske, nicht zu folgen: "Wenn von Politikern aller Parteien eine verstärkte Eigenverantwortung jedes einzelnen Bürgers eingefordert wird, wird man gerade im Bereich des Gesundheitswesens an einer Definition dessen, was dem Bürger zuzumuten ist und was nicht, nicht vorbeikommen."
Für den Hartmannbund-Vorsitzenden ist es "unabdingbar", dass die großen Risiken solidarisch abgesichert bleiben und jeder Patient die medizinisch notwendigen Leistungen auf seinen individuellen Fall abgestimmt erhält." Über alles andere müsse geredet werden, was jedoch "nur in einer Gesprächsrunde aller gesellschaftlich relevanten Gruppen, also auch der Gewerkschaften, geschehen kann, um einen Konsens darüber herbeizuführen, was zumutbar dem Einzelnen an Eigenvorsorge überantwortet werden kann." Dabei ist es für Dr. Thomas selbstverständlich, dass finanziell schwächer gestellte Bürger durch sozialverträgliche Ausgestaltung und Härtefall-Regelungen angemessen entlastet würden: "Dies im breiten gesellschaftlichen Konsens zu definieren, ist die große Aufgabe, der wir alle uns zeitnah stellen müssen, denn nur auf diese Weise ist eine Zwei-Klassen-Medizin zu verhindern."
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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