Bildungslotsen gehen an den Start

29.11.2010 | Berlin
Schavan: "So reduzieren wir die Zahl der Schulabbrecher und helfen, den Fachkräftenachwuchs zu sichern"

Rund 500 Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter nehmen heute bundesweit ihre Arbeit an Schulen auf. Die Bildungslotsen werden zunächst etwa 10.000 Jugendliche über mehrere Jahre dabei unterstützen, ihren Schulabschluss zu erreichen und ihren Weg in die Berufswelt zu finden. Dabei sollen die jungen Menschen bereits während der Schulzeit Berufe kennenlernen und ausprobieren, was für ihre berufliche Zukunft in Frage kommt. Bis zum Jahr 2014 werden 30.000 Schülerinnen und Schüler an Haupt- und Förderschulen von dem Sonderprogramm profitieren. Es ist Teil der Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss", die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Das BMBF startet es nun gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Bundesagentur für Arbeit und den Ländern.

"Mit diesem Programm werden wir unserem Ziel der Bildungsgerechtigkeit entscheidend näher kommen. Wir wollen die Zahl der Schulabbrecher reduzieren und den Fachkräftenachwuchs sichern", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich des Programmstarts. "Bis zum Jahr 2014 werden wir die jungen Menschen über die gesamte Bildungskette mit 362 Millionen Euro fördern. Eine Investition, die sich lohnen und für uns alle auszahlen wird."

Die Bildungsketten-Initiative erweitert und verzahnt drei bereits in der Praxis bewährte Programme:

Potenzialanalysen: Bis zu 60.000 Jugendliche werden jährlich eine Potenzialanalyse ab Jahrgangsstufe 7 durchlaufen. Hierbei werden alle Talente und Fähigkeiten der jungen Menschen - auch außerschulische - berücksichtigt. Die Ergebnisse der Analyse sind Grundlage für die weitere Förderung der Jugendlichen durch die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter.

Berufsorientierung: Ab Klasse 8 erproben die Jugendlichen ihre Neigungen und Talente und tauchen in die Berufswelt ein. Sie gewinnen aus praktischen Erfahrungen Selbstvertrauen und Zuversicht für ihre berufliche Zukunft.. Die Berufsorientierung in der Initiative Bildungsketten findet in verschiedenen Berufsfeldern, zumeist in überbetrieblichen Bildungsstätten an der Werkbank statt.

Berufseinstiegsbegleitung: Förderbedürftige Jugendliche werden von den Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleitern kontinuierlich bei ihrer Berufswahl unterstützt, etwa durch die gezielte Auswahl sowie Vor- und Nachbereitung von Praktika. Die Begleitung reicht von der Vorabgangsklasse bis zum ersten Jahr der Berufsausbildung und wird auch in Maßnahmen des Übergangssystems kontinuierlich fortgesetzt.

Die Länder haben über 1.000 Schulen benannt, die sich am Sonderprogramm "Berufseinstiegsbegleitung" in der Bildungsketten-Initiative beteiligen. Die Bundesagentur für Arbeit hat im Auftrag des BMBF durch Ausschreibungen rund 250 Bildungsträger ausgewählt, bei denen die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter angestellt sind. Bis zum Jahr 2013 wird ihre Zahl auf 1.000 aufgestockt. Während der betrieblichen Ausbildung stehen den Jugendlichen dann bis zu 1.000 ehrenamtliche Expertinnen und Expertinnen zur Seite, im Rahmen der vom BMBF mit dem Senior Experten Service (SES) vereinbarten "VERA"-Initiative.

Die mit den Ländern abgestimmten Aktivitäten ergänzen bereits bestehende und etablierte Ansätze an den Schulen zielführend, damit mehr jungen Menschen den schulischen Abschluss schaffen und den beruflichen Anschluss finden.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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