Biodiversitätsschutz muss strategisch neu ausgerichtet werden
Weder die Weltgemeinschaft noch die Europäische Union noch die Bundesrepublik Deutschland werden das Ziel, bis 2010 den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen, auch nur annähernd erreichen. Das politische Handeln entspricht noch immer nicht der tatsächlichen Dramatik des Biodiversitätsverlustes. Außerhalb der Naturschutzpolitik findet das Thema nur wenig Beachtung. Das zeigt: Eine Fortschreibung der heutigen Biodiversitätspolitik darf es nicht geben.
Wer international den Schutz der Biodiversität voran bringen will, muss damit zu Hause anfangen. Insbesondere Deutschland als amtierende Präsidentschaft der UN-Biodiversitätskonvention ist hier in der Pflicht.
Mit unserem Fraktionsbeschluss umreißen wir den derzeitigen Handlungsbedarf. Ernsthafter Biodiversitätsschutz erfordert langfristige und langwierige Umgestaltungsprozesse. Wir brauchen vor allem eine Umkehr in der Herangehensweise: Nicht derjenige, der die Natur schützt, muss sich rechtfertigen, sondern der, der Biokapital zerstört. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.
In unserem Beschluss richten wir das besondere Augenmerk auf die folgenden Punkte:
1. Engagement für den Biodiversitätsschutz statt Lippenbekenntnisse
2. Ambitionierte Post-2010-Ziele formulieren
3. Finanzierung für den Biodiversitätsschutz sichern
4. Abschluss eines Abkommens zur Bio-Piraterie (ABS) vorantreiben
5. Wissenschaft und Politik besser vernetzen
6. Die Wirtschaft ökologisch ausrichten
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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