Bundeskabinett treibt Bürokratieabbau im Steuerverfahren voran

23.07.2008 | Berlin
Das Kabinett hat in seiner Sitzung vom 23. Juli 2008 den Entwurf für das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens beschlossen.

Hierzu erklärt das Bundesministerium der Finanzen:

Mit dem Gesetzentwurf unternimmt die Bundesregierung einen weiteren Schritt auf ihrem Weg zur konsequenten Entbürokratisierung des Steuerrechts.

Sie setzt dabei entschieden darauf, die neuen technischen Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und den Finanzbehörden auszubauen und somit Kosteneinsparungen auf beiden Seiten zu ermöglichen.

Das Gesetz enthält darüber hinaus eine Reihe von Maßnahmen, die bestehende Schwächen im Steuerverfahren beseitigt und allen Beteiligten zukünftig das Leben leichter machen werden.

Hervorzuheben sind insbesondere folgende Maßnahmen:

* Bei Privatpersonen besteht mit dem ELSTER-Verfahren bereits heute die Möglichkeit einer elektronischen Steuererklärung. Dieses Verfahren wird nun weiterentwickelt. Zukünftig sollen bestimmte begleitende Belege (Spendenbescheinigungen, Bescheinigungen für Vermögenswirksame Leistungen und Bescheinigungen für Riesterverträge) ebenfalls elektronisch übermittelt werden. Eine Erweiterung auf andere Belege ist beabsichtigt.

* Im Fall von offenen BFH-Verfahren zu einfach-gesetzlichen Rechtsfragen legen Steuerpflichtige häufig massenhaft vorsorgliche Einsprüche gegen den eigenen Steuerbescheid ein. Den dadurch entstehenden Aufwand wollen wir reduzieren. Zukünftig wird es der Verwaltung möglich sein, in solchen Fällen die Steuer vorläufig festzusetzen. Dies macht "rechtswahrende" Einsprüche überflüssig und schont Ressourcen der Bürger und der Verwaltung.

* Die Schwellenwerte für monatliche bzw. vierteljährliche Umsatzsteuer - und Lohnsteuer-Voranmeldungen werden angehoben. Dies entlastet gerade kleinere Unternehmen von Pflichten und bedeutet gleichzeitig weniger Aufwand der Finanzverwaltung

* Zur Entbürokratisierung trägt auch die vorgesehene Möglichkeit bei, Prüfungen in Betrieben von Finanzverwaltung und Rentenversicherungsträgern zeitgleich durchzuführen.

Das Zwischenziel des BMF zum Bürokratieabbau wird sogar übertroffen. Hierzu trägt das Steuerbürokratieabbaugesetz mit einer geschätzten Bürokratiekostenentlastung von mehr als 200 Millionen Euro für Unternehmen und Verwaltung bei. Hinzu kommen bereits abgebaute Bürokratiekosten für die Wirtschaft im Steuerbereich von ca. 1,1 Milliarden Euro seit Beginn der Legislaturperiode.

Die Bundesregierung ist damit auf dem richtigen Weg: Laut einer Studie von Weltbank und PriceWaterhouseCoopers ist das deutsche Steuerrecht in der Praxis für viele Bürger und Unternehmer schon deutlich einfacher geworden - hinsichtlich des zeitlichen Aufwands liegt Deutschland im EU 25-Vergleich im guten Mittelfeld. Nun stehen die nächsten Schritte an. Das Steuerbürokratieabbaugesetz geht im Herbst in den Bundestag.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium der Finanzen

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

13.03.2012 | In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum Alltag. Zu verschiedenen Anlässen, wie etwa an...

weiter in Geschäftsgeschenke - eine gute ...

Das Internet als Demokratie-Verstärker

07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...

weiter in Das Internet als ...

Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld

28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...

weiter in Gutachten zum Achten ...

Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen

27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...

weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...