Bundesregierung untergräbt Europäischen Asyl- und Flüchtlingsschutz

26.07.2010 | Berlin
Zur Antwort der Bundesregierung auf unsere kleine Anfrage (Drsnr. 17/2554) zur Neufassung der Dublin-II-Verordnung, die die Verteilung von Asylsuchenden in Europäischen Staaten regelt, erklären Viola von Cramon, Sprecherin für EU-Außenbeziehungen, und Josef Winkler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Flüchtlingspolitik:

Es ist mehr als deutlich: Das Zuständigkeitensystem für Asylanträge in der EU ist absolut ungerecht. Warum will die Bundesregierung trotzdem daran festhalten? Der Grund dafür ist relativ einfach: Deutschland profitiert von der derzeitigen Regelung. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres standen 697 Überstellungen in andere Mitgliedstaaten 292 Aufnahmen aus anderen Mitgliedstaaten gegenüber. Die Bundesregierung verschließt kurzsichtig die Augen vor der verheerenden Situation für die überstellten Personen in chronisch überlastete Mitgliedstaaten wie etwa Griechenland.

Sie blockiert in Brüssel nicht nur die dringend gebotene Aussetzung von Überstellungen in diese Länder, sondern untergräbt auch notwendige qualitative Verbesserungen an der Verordnung. Entgegen der Verpflichtungen aus der EU-Grundrechtecharta, der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Rechtssprechung des EU-Gerichtshofs will die Bundesregierung Antragsstellern das Recht auf einen gerichtlichen Rechtsbehelf gegen einen Rückführungsbeschluss vorenthalten. Hiervon sind zum Beispiel Menschen betroffen, die enge Verwandte in Deutschland haben oder sehr krank sind. Die Dublin-II-Verordnung bietet die Möglichkeit, sich für besonders Schutzbedürftige zuständig zu erklären. Die Bundesregierung wendet sich auch gegen einen Neufassungsvorschlag, der die Inhaftierungsmöglichkeiten von Asylsuchenden beschränken würde. Das Resultat ist fatal: Die Bundesregierung boykottiert einen Europäischen Asyl- und Flüchtlingsschutz, der diesen Namen auch verdient hätte.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

27.04.2012 | Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die erneuerbaren Energien in Deutschland in den...

weiter in Neue Energie für Bayern - WSB ...

"Schießt nicht auf Unschuldige!"

23.11.2011 | Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber friedlichen Demonstranten in Kairo

weiter in "Schießt nicht auf Unschuldige!" ...

Die Physik-Preisträger 2012 - Auszeichnungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)

17.11.2011 | Die DPG hat 22 Preisträgerinnen und Preisträger benannt, die während der DPG-Frühjahrstagungen im Jahr 2012...

weiter in Die Physik-Preisträger 2012 - ...

Für einen stärkeren Datenschutz auf EU-Ebene

07.11.2011 | Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und EU-Justizkommissarin Viviane Reding, Vizepräsidentin der...

weiter in Für einen stärkeren Datenschutz auf ...

Ohoven: Mittelstand begrüßt steuerliche Entlastung als vernünftigen Kompromiss

07.11.2011 | Als psychologisch wichtiges Signal zur Sicherung des Aufschwungs bezeichnete der Präsident des Bundesverbandes...

weiter in Ohoven: Mittelstand begrüßt ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...