CO2-Grenzwerte mit Verspätung

28.10.2009 | Frankfurt
WWF: Bundesregierung muss Innovation bei Nutzfahrzeugen fördern

Transporter sollen ab spätestens 2016 nur noch 175 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft blasen dürfen, so will es die EU Kommission. Sie hat heute einen Vorschlag für CO2-Grenzwerte für leichte Nutzfahrzeuge vorgelegt. Ähnlich wie bei den CO2-Grenzwerten von Pkw soll es ab 2014 eine stufenweise Einführung der Grenzwerte geben. Der WWF begrüßte, dass die Kommission ein Langfristziel vorsehe. Die geplante Regelung sei ein dringend notwendiger Zwischenschritt, um die europäischen Klimaziele zu erreichen. Allerdings komme der Start gegenüber dem ursprünglich geplanten Zeitpunkt 2012 vier Jahre zu spät. Auch wenn die Kommission mit ihrem Vorschlag die Bundesregierung noch überholt habe. Die deutsche Bundesregierung hatte sich die sich bis zuletzt für eine noch spätere Einführung eingesetzt.

Eine solche zögerliche Haltung sei für die deutsche Automobilindustrie kontraproduktiv, ist der WWF überzeugt. Die Klima- und Finanzkrise haben gezeigt, dass die Zukunftsfähigkeit der Autoindustrie und damit Arbeitsplätze hierzulande abhängig sind von der schnellen Einführung moderner Technologien für mehr Effizienz, dies habe sich im Pkw-Bereich im letzten Jahr sehr deutlich gezeigt.

WWF-Verkehrsreferentin Viviane Raddatz: "Wir müssen die Weichen für effiziente Nutzfahrzeuge jetzt stellen, um Herstellern Planungssicherheit zu geben und die Klimaauswirkungen des Verkehrs langfristig einzudämmen. Grenzwerte fördern Innovationen: die deutschen Hersteller haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie den CO2-Ausstoß von Pkw um bis zu 27 Prozent reduzieren konnten, wenn der Rahmen gegeben ist."

Die kleinsten Laster unter 3,5 Tonnen stellen mit über 80 Prozent den Löwenanteil im Bestand aller Nutzfahrzeuge bis zwölf Tonnen. Insgesamt sind auf deutschen Straßen fast zwei Millionen Kleinlaster unterwegs. Die Neuzulassungen in dieser Fahrzeugklasse sind in den letzten zehn Jahren stärker gewachsen als in allen anderen Segmenten, inklusive der Pkw.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

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