Countdown für die Deutsch-Türkische Universität (DTU)
Der Startschuss für die abschließenden Vorbereitungen zur Gründung der ersten deutsch-türkischen Universität in der Türkei ist gefallen. Anfang dieser Woche wurde ein deutsches Hochschulkonsortium gegründet, das unter Federführung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die akademische Ausgestaltung der DTU mit den türkischen Projektverantwortlichen abstimmen und die Einzelheiten der Gründung, des Betriebs, der Zulassung und der Finanzierung ausarbeiten wird. Auf deutscher Seite wird die Finanzierung der DTU vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte am Dienstag: "Die DTU ist eine Meilenstein der deutsch-türkischen Wissenschaftskooperation. Ich freue mich sehr, dass deutsche Hochschulen sich in so großer Zahl in diesem Projekt engagieren wollen. Ich bin davon überzeugt, dass die DTU Signalwirkung für die Türkei und die gesamte Region entfalten wird. Die Gründung der DTU ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des internationalen Hochschulraums."
"Der DAAD", so Präsident Stefan Hormuth, "wird seine Erfahrung, die er in den letzten Jahren bei einer großen Zahl deutscher Hochschulgründungen im Ausland gesammelt hat, in dieses Projekt einbringen und dazu auch die vielfältigen Programme nutzen, die wir in Zusammenarbeit mit der Türkei seit langem entwickelt haben. Mit der Gründung eines so prominenten deutschen Hochschulkonsortiums sind jetzt optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in Istanbul geschaffen."
Die DTU knüpft an die traditionell enge Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und der Türkei an und zielt auf den wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in der Türkei, deren Wirtschaft dynamisch wächst. Deutschland zählt außerdem zu den wichtigsten Handelspartnern der Türkei. Deshalb sollen sich neben den universitären Partnern auch private Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen in den weiteren Planungsprozess einbringen. Die türkische Seite wird Gelände, Gebäude und Infrastruktur zur Verfügung stellen sowie die laufenden Kosten tragen. Zu den deutschen Beiträgen gehört die Entsendung von Dozenten und Lektoren, die Entwicklung von Curricula, Material für den Aufbau eines Sprachlernzentrums, Gewährung von Zuschüssen zu Ortsgehältern, Stipendien sowie Fortbildungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen werden vom BMBF finanziert.
Am 30. Mai 2008 hatten Bundesforschungsministerin Schavan gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem türkischen Außenminister Ali Babacan die "Vereinbarung über die Gründung einer deutsch-türkischen Universität (DTU) in der Türkei" unterzeichnet. Inzwischen ist auch der Ratifizierungsprozess auf beiden Seiten abgeschlossen worden.
Die DTU ist als staatliche, wissenschaftliche Einrichtung mit herausragendem Profil in Istanbul in einer Größenordnung von mittelfristig 5000 Studierenden geplant. Starten wird die DTU voraussichtlich in diesem Wintersemester mit fünf Fakultäten: Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaft und Geistes- und Kulturwissenschaften. Das deutsche Hochschulkonsortium soll als Partner der DTU den deutschen Beitrag zur Erfüllung der Regierungsvereinbarung leisten.
22 Hochschulen, darunter sechs Universitäten, die sich zur Übernahme der Federführung für je eine Fakultät und für das Fremdsprachenzentrums der DTU bereit erklärt haben (Technische Universität Berlin, Universität Potsdam, Freie Universität Berlin, Universität Heidelberg, Universität zu Köln in Kooperation mit Universität Münster, Universität Bielefeld), haben das Konsortium gegründet. Weitere Hochschulen haben ihr Konsortialinteresse bekundet. Die Konsortialmitglieder verpflichten sich, beim Aufbau von Forschungsbereichen und der Einrichtung und dem Betrieb von Studiengängen an der DTU mitzuwirken mit dem Ziel der Vergabe ihrer akademischen Grade (gemeinsamer Abschluss oder Doppel-Abschluss) an Absolventen der DTU. Das BMBF hat den DAAD mit der Umsetzung und Durchführung des Projekts beauftragt.
An der Gründungssitzung in Bonn nahmen Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Auswärtigen Amtes, der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, der Hochschulrektorenkonferenz, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes teil sowie als Gast eine Vertreterin des türkischen Hochschulrates (YÖK).
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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