DIW-Vorschlag ist frauendiskriminierend, unsolidarisch und rentenpolitsch nicht zielgenau

29.01.2009 | Berlin
Zum Vorschlag des DIW, die Rente zuungunsten von Versicherten mit längerer Lebenserwartung umzuverteilen, erklärt Irmingard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin, renten- und frauenpolitische Sprecherin:

Der Vorschlag des DIW, eine Umverteilung der Renten zulasten von Versicherten mit einer längeren Lebenserwartung vorzunehmen, ist in Wirklichkeit frauendiskriminierend, unsolidarisch und rentenpolitisch nicht zielgenau. Zuallererst würden generell die Renten von Frauen gekürzt werden, denn ihre Lebenserwartung ist statistisch um rund vier Jahre länger als die der Männer. Die Frauen würden somit pauschal für ihr Verhalten im generativen Prozess bestraft werden. Denn ihre Rente ist wesentlich geringer, unter anderem weil sie ihre Erwerbstätigkeit zugunsten von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen länger unterbrechen. Der Vorschlag ist aber auch rentenpolitisch nicht zielgenau. Denn es wird nicht unterschieden zwischen Lebenserwartung und Rentenbezugsdauer. Untersuchungen zeigen: Versicherte mit höherem Einkommen gehen später und Versicherte mit weniger Einkommen gehen üblicherweise wesentlich früher in Rente, oft bereits mit Ende 50. Deshalb ist ihre Rentenbezugsdauer nicht kürzer als die der Versicherten mit einer längeren Lebenserwartung.

Die zukünftige Entwicklung der Altersarmut ist sehr ernst zu nehmen. Deshalb schlagen wir vor, die Entgelte von geringen Einkommen aus Steuermitteln hochzuwerten. Damit würde auch die Ursache von steigender Altersarmut bekämpft, die aus der massiven Ausweitung des Niedriglohnsektors resultiert. Die Finanzierung aus Steuermitteln ist sozial ausgewogener als der Vorschlag des DIW, denn so werden auch Steuerzahlende in den solidarischen Ausgleich einbezogen, die über wesentlich mehr Einkommen verfügen und mit ihrem Einkommen ohnehin über der Beitragsbemessungsgrenze liegen.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

24.11.2011 | Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia durch den Einmarsch kenianischer und äthiopischer...

weiter in Kirchliche Hilfswerke fordern ...

Die Zeit drängt: Höhere Förderung für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen

08.11.2011 | Für besonders energieeffiziente Anlagenkombinationen gibt es nach den Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen...

weiter in Die Zeit drängt: Höhere Förderung ...

BVMW nicht Veranstalter des Unternehmerkongresses "Iranian Business Women Power" in Berlin

07.11.2011 | Zu anderslautenden Pressemeldungen stellt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) klar:

weiter in BVMW nicht Veranstalter des ...

Nein zum Betreuungsgeld!

07.11.2011 | Anlässlich der gestrigen Vereinbarungen auf dem Koalitionsgipfel erklärt Christiane Reckmann, Vorsitzende des...

weiter in Nein zum Betreuungsgeld! ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...