Delegation des Kulturausschusses appelliert: "Mor Gabriel braucht unsere Unterstützung"

27.02.2009 | Berlin
Eine Delegation des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien besuchte heute das im Jahr 397 nach Christus gegründete Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei - das älteste Kloster der Christenheit.

Hilfesuchend haben sich der Abt, Erzbischof Timotheos Samuel Aktas, die 20 Mönche und Nonnen und 40 Schüler des Klosters an die türkische und internationale Öffentlichkeit gewandt, um eine anstehende Enteignung und Auflösung des Klosterbetriebes zu verhindern.

Mitte 2008 wurden Grundstücke des Klosters - Wald und Felder - von kurdischen und arabischen Clans besetzt. Um diese "Landnahme" zu legalisieren, haben drei Dörfer das Klos­ter wegen "rechtswidriger Ansiedlung" verklagt. Der Prozess, der durch lokale Politiker der regierenden AKP unterstützt und von einer EU-Beobachterin begleitet wird, ist mehrfach ver­schoben worden - Termin ist nun der 4. März.

"Sollte die Klage der Dörfer Erfolg haben, hätte das Kloster keine wirtschaftliche Basis mehr und müsste aufgegeben werden" - so Erzbischof Timotheos heute im Gespräch mit den Abgeordneten Monika Griefahn (SPD), Lukrezia Jochimsen (DIE LINKE.) und Claudia Roth (BÜND­NIS 90/DIE GRÜNEN).

Das aber würde bedeuten, dass eines der ältesten und wichtigsten Klöster der christlichen Geschichte zu existieren aufhörte. Genauso wie die Wiederbelebung der aramäischen Kultur mit der von Christus gesprochenen Sprache zunichte gemacht würde, die das Kloster und seine Syrisch-orthodoxe Gemeinde in den letzten Jahren erreicht haben.

Die Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn, Lukrezia Jochimsen, Claudia Roth erklären ge­meinsam: "Mor Gabriel ist die Probe aufs Exempel, wie ernst dem türkischen Staat die kultu­relle und religiöse Vielfalt in seinem Land ist, die Haltung zu Europa, zu Toleranz und Men­schenrechtsfragen. Und auch die Europäische Union ist hier gefordert, insbesondere aber auch die Bundesrepublik, ihren Einfluss geltend zu machen.

Wir dürfen da alle nicht wegschauen und zur Tagesordnung übergehen, weil es sich ja um einen Fall "weit hinten in der Türkei" handelt."

Quelle: Pressemeldung Deutscher Bundestag

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