Die drei Gesichter der Krise
"Die EU wird ihr Ziel nur erreichen, wenn es gelingt, den Erhalt der Biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen in wesentliche Politikbereiche wie die Agrar- und Wirtschaftspolitik zu integrieren", so Günter Mitlacher, Referent für Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland. Ohne Unterstützung auf hohem politischem Niveau werde es nur bei Lippenbekenntnis bleiben.
Die Welt sehe sich derzeit mit drei globalen Krisen konfrontiert: Neben der Finanzkrise und dem Klimawandel, stelle der voranschreitende Verlust an biologischer Vielfalt die größte Herausforderung dar. Der WWF kritisiert das Fehlen eines klaren Bekenntnisses zur Bewahrung der Biologischen Vielfalt im Entwurf der EU-Kommission für ein europäisches Zukunftsprogramm unter dem Namen "EUROPA 2020 - eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum (kurz: EU 2020-Strategie), das die europäischen Staatschefs am 25 und 26. März beschließen wollen. Während die EU bei Finanz- und Klimaschutzthemen zumindest versuche, Antworten zu finden, werde der Verlust an Biodiversität in der Strategie von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso völlig ignoriert. Dieser Fehler müsse nach dem klaren Beschluss der EU-Minister behoben werden.
"Die Reinigung von Böden und Wasser, die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane oder die Bereitstellung von Nahrung oder Medikamenten, die auf natürlichen Inhaltsstoffen beruhen, sind unbezahlbar", betont Günter Mitlacher vom WWF. Dennoch friste Natur- und Artenschutz auch in der EU nach wie vor ein Schattendasein. Überfällige Investitionen in die ökologische Infrastruktur, etwa in die Renaturierung von Flußauen oder die Anlage von Naturwäldern werden als Luxus abgestempelt und verschleppt. Stattdessen klammere man sich an überholte Konzepte. Bestes Beispiel sei eine völlig verfehlte Subventionspolitik in der EU. Der WWF Deutschland fordert den drastischen Abbau Umwelt zerstörender Subventionen, z.B. für die Landwirtschaft und die Fischerei, und schnelle Fortschritte hin zu einer "Green Economy" der EU.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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