Dr. Thomas: "Einschränkung der freien Arztwahl durch die Hintertür"
Hans-Jürgen Thomas, den Vorsitzenden des Hartmannbundes, ist die allgemeine Euphorie, insbesondere auch im Bundesgesundheitsministerium, über die Pläne einiger großer Krankenkassen, die Praxisgebühr unter gewissen Voraussetzungen zurückzuerstatten, nur schwer nachvollziehbar.
Jeder Patient sollte sich reiflich überlegen, ob es die 40 Euro Zurückerstattung am Jahresende wirklich wert seien, "das elementare Recht auf die freie Arztwahl aufzugeben", warnte der Hartmannbund-Vorsitzende, für den der Vorschlag der Krankenkassen der erneute unredliche Versuch ist, die Hausarzt-zentrierte Versorgung durch die Hintertür einzuführen." Ein Hausarztmodell sei nur dann zu unterstützen, wenn jeder Hausarzt einer Region entsprechende Verträge mit den Krankenkassen abschließen könne und nicht, wie von den Krankenkassen angestrebt, nur bestimmte Ärzte ausgewählt werden. "Zu leicht besteht dann die Gefahr, dass diese "gate keeper" in Abhängigkeit zu der jeweiligen Krankenkasse geraten, mit der sie Verträge geschlossen haben und der Druck sich verstärkt, eher unter ökonomischen Aspekten denn unter der Beachtung medizinischer Notwendigkeiten Überweisungen auszustellen."
Auch die Bürokratie feiere weiterhin fröhlich Urständ, so Dr. Thomas, das Inkasso-Verfahren für die Krankenkassen in den Praxen bleibe, hinzu käme der Aufwand für die Erfassung derjenigen Patienten, die sich bei einem Hausarzt einschreiben. "Im Übrigen wird mit diesem sogenannten Erlass der Praxisgebühr das Finanzierungs-Tableau der Gesundheitsreform zusammenbrechen", stellt der Hartmannbund-Vorsitzende abschießend fest.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
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