Einweihung des ersten internationalen Großforschungslabors im Nahen Osten

31.10.2008 | Bonn
Forschungslabor SESAME unter Schirmherrschaft der UNESCO soll wissenschaftliche Zusammenarbeit fördern

Am 3. November 2008 wird in Allaan, Jordanien, das internationale Forschungslabor SESAME eingeweiht. SESAME ist ein Großforschungslabor, das von Ägypten, Bahrain, Israel, Iran, Jordanien, Pakistan, der Palästinensischen Autonomiebehörde, der Türkei und Zypern gemeinsam betrieben wird. Kern des Labors ist die Weiterentwicklung einer Maschine, die bis 1997 unter dem Namen BESSY-I in Berlin genutzt wurde und SESAME von der Bundesregierung kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

An der Einweihungszeremonie am 3. November von 12.20 bis 14.30 Uhr in Allaan werden der UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura und der jordanische König Abdullah II teilnehmen. An diesem Tag werden die Gebäude und Teile der Experimentiergeräte in Betrieb genommen. Bei SESAME handelt es sich um ein Synchrotron, eine sehr leistungskräftige Quelle für gepulstes, polarisiertes Licht mit einem Spektrum vom Infrarot bis hin zu Röntgenstrahlen. Das hier erzeugte Licht kann für eine Vielzahl von Anwendungen verwendet werden, zum Beispiel in der Biologie oder den Materialwissenschaften. SESAME bietet die Möglichkeit für interdisziplinäre Forschung auf Weltniveau. Es kann die wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Entwicklung im Nahen Osten voranbringen und bietet glänzende Möglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Vor allem soll SESAME durch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern den Friedensprozess im Nahen Osten voran bringen.

Grundidee und Organisation von SESAME orientieren sich am europäischen Großforschungslabor CERN in Genf, an dem im Sommer 2008 der neue Beschleuniger LHC in Betrieb genommen wurde. Das CERN wurde in den 1950ern, wie heute SESAME, unter der Schirmherrschaft der UNESCO aufgebaut. Die UNESCO stellt auch das Sekretariat für das oberste Gremium von SESAME, den Rat, dem der deutsche Physiker und ehemalige CERN-Generaldirektor Herwig Schopper vorsitzt. Das Forschungszentrum Karlsruhe ist eine weitere deutsche Einrichtung, die Jordanien und dem gesamten Nahen Osten viel Unterstützung beim Aufbau von SESAME gegeben hat.

Quelle: Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

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