Europäische Minister verleihen der Raumfahrt neue Dynamik und stärken ihre Rolle

26.11.2008 | Noordwijk ZH
Schlüsselinstrument zur Bewältigung der globalen Herausforderungen Europas

Die für Raumfahrt zuständigen Minister der 18 Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation und Kanadas haben heute erfolgreich eine zweitägige Ratstagung in Den Haag abgeschlossen, auf der sie sich auf die Inangriffnahme neuer Initiativen in verschiedenen Bereichen und die Fortsetzung einer Reihe laufender Programme geeinigt haben.

Die heute gefassten Beschlüsse stellen einen nächsten Schritt dar, um Europa mit den Mitteln auszustatten, die es benötigt, um sich den globalen Herausforderungen zu stellen. Im Einklang mit der Europäischen Raumfahrtpolitik, die in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission aufgestellt wurde, werden diese Maßnahmen die Rolle Europas bei der Entwicklung und dem Einsatz weltraumtechnischer Anwendungen im Dienste von Europas öffentlichen politischen Zielen und der Bedürfnisse der europäischen Unternehmen und Bürger weiter stärken. Diese Beschlüsse haben im gegenwärtigen Kontext einen besonderen Stellenwert, da sie Europas Entschlossenheit unter Beweis stellen, in die Raumfahrt als einen Schlüsselsektor zu investieren, der Innovation, wirtschaftliches Wachstum, strategische Unabhängigkeit und die Vorbereitung der Zukunft ermöglicht.

Angesichts der strategischen Bedeutung der Raumfahrt und ihrer grundlegenden Wichtigkeit für die Unabhängigkeit, die Sicherheit und den Wohlstand Europas haben die Minister ferner vier Entschließungen angenommen:

•zunächst die Entschließung über die Rolle der Raumfahrt bei der Verwirklichung der globalen Ziele Europas, die die politischen und programmatischen Höhepunke der Ratstagung auf Ministerebene zusammenfasst;

•zweitens eine Entschließung, mit der das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten der Organisation für ihre weltraumwissenschaftlichen Programme und grundlegenden Tätigkeiten im Zeitraum 2009-2013 festgesetzt wurde;

•drittens eine Entschließung zur Erneuerung des Beitrags der ESA-Mitgliedstaaten zu den laufenden Kosten des Raumfahrtzentrums Guayana, Europas Raumflughafen im südamerikanischen Französisch-Guayana; und

•viertens eine Entschließung über die weitere Entwicklung der Organisation, die von der Finanzmanagementreform über das Beschlussfassungsverfahren und die Industrie- und Beschaffungspolitik bis hin zur weiteren Entwicklung der Standortinfrastruktur reicht.

Beschlüsse über Programme und Tätigkeiten

Die Minister fassten Beschlüsse in Bezug auf das gesamte Spektrum der obligatorischen und fakultativen Programme der Organisation.

Diese Beschlüsse betreffen

a)die obligatorischen Tätigkeiten:

  • Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten im Zeitraum 2009-2013, zu denen das wissenschaftliche Programm und die grundlegenden Tätigkeiten zählen;

b)die Fortsetzung laufender fakultativer Programme und die Inangriffnahme neuer Programme:

  • Finanzierung der Raumfahrzeugträgerprogramme einschließlich des Raumfahrtzentrums Guayana, der begleitenden Technologieprogramme für Ariane-5 und Vega, der Weiterentwicklung der Ariane-5 und des Vorbereitungsprogramms für künftige Raumfahrzeugträger;
  • Finanzierung der Erdbeobachtungstätigkeiten einschließlich des Programmteils 2 des Programms für die Weltraumkomponente der Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung, des Entwicklungsprogramms für die dritte Meteosat-Generation und einer neuen Initiative im Bereich des Klimawandels für die Bereitstellung essenzieller Klimavariablen;
  • Finanzierung der Programme für die bemannte Raumfahrt, die Schwerelosigkeitsforschung und die bemannte Exploration einschließlich des Einsatzes und der Weiterentwicklung der Internationalen Raumstation, der Forschung in Lebens- und Physikwissenschaften an Bord der ISS und von Definitionsstudien über die Entwicklung eines rückkehrfähigen Transferfahrzeugs;
  • Finanzierung der Programme für die robotische Exploration (das Programm ExoMars und die Vorbereitungstätigkeiten für die künftige robotische Marsexploration);
  • Finanzierung des Programms für fortgeschrittene Forschung zu Telekommunikationssystemen (ARTES), dessen Schwerpunkt auf Technologien, Anwendungen und Missionsdemonstrationen liegt, das aber auch Vorbereitungstätigkeiten für ein Europäisches Datenrelaissystem (EDRS), ein satellitengestütztes Kommunikationssystem für das Flugverkehrsmanagement (Iris) und die Förderung integrierter Anwendungen umfasst, bei denen Telekommunikations-, Erdbeobachtungs- und Satellitennavigationssysteme mit bodengestützten Informations- und Kommunikationssystemen kombiniert werden;
  • Finanzierung des Programms zur Weiterentwicklung des Globalen Navigationssatellitensystems Europas, um das Galileo-System weiter auszufeilen;
  • Finanzierung der Inangriffnahme eines Programms zur Erfassung der Weltraumlage, mit dem Informationen zum Schutz der europäischen Weltraumsysteme gegen Weltraummüll und gegen die Einflüsse ungünstigen Weltraumwetters bereitgestellt werden sollen;
  • Finanzierung der Fortsetzung des Allgemeinen Programms für Begleitende Technologie zur rechtzeitigen Bereitstellung von Technologien für eine breite Palette neuer Weltraumprogramme.

Die Raumfahrt ist ein Werkzeug, das die europäischen Entscheidungsträger in die Lage versetzt, sich kritischen Herausforderungen wie dem globalen Klimawandel und der weltweiten Sicherheit zu stellen. Darüber hinaus leistet sie einen bedeutenden Beitrag zum Wachstum und zur Beschäftigung in Europa, stellt unabdingbare Grundlagentechnologien und -dienste für die Wissensgesellschaft bereit, verbessert unser Verständnis der Erde und des Universums und trägt zur Identität, zum Zusammenhalt und zur Sicherheit Europas bei, indem sie Inspirationen für das künftige Humanpotenzial liefert und junge Menschen für eine wissenschaftliche und technische Ausbildung interessiert.

Auf dieser Tagung haben die Minister der ESA-Mitgliedstaaten die Gelegenheit genutzt, um auf den jüngsten Erfolgen und Errungenschaften Europas in der Raumfahrt aufzubauen, diesen politischen Impuls in neue Programme umzusetzen, die Wissen, Dienste und Wettbewerbsfähigkeit mit sich bringen, und die ESA so zu gestalten, dass sie sich als Raumfahrtorganisation mit globaler Ausrichtung behauptet, die durch ihren Beitrag zu globalen Politikbereichen für die Welt unabdingbar ist.

Quelle: Pressemeldung European Space Agency

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