Experten fordern Qualität bei der Internationalisierung der Hochschulen

21.10.2008 | Berlin/Wiesloch
EU-Kommission erläutert neue Strategie zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik

* EU-Kommission erläutert neue Strategie zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik

* Fachleute schätzen die Attraktivität des Hochschulstandorts Deutschland unterschiedlich ein

* Mehr als 130 Teilnehmer beim vierten MLP Hochschultag

Experten aus Politik und Wissenschaft treten mehrheitlich nicht nur für eine stärkere, sondern vor allem für eine qualitativ überzeugende Internationalisierung der Hochschulen ein. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des vierten MLP Hochschultags in Berlin, an dem am vergangenen Donnerstag unter dem Titel „Kooperation oder Konkurrenz? Aktuelle Herausforderungen im Zeichen der Internationalisierung von Forschung und Lehre“ mehr als 130 Gäste teilgenommen haben.

In ihrer Eröffnungsrede konkretisierte Dr. Anneli Pauli, stellvertretende Direktorin der Generaldirektion Forschung bei der Europäischen Kommission in Brüssel, die neue Strategie der Kommission zur Stärkung der internationalen Dimension des Europäischen Forschungsraums: „Nicht alle Kooperationen müssen unter demselben Dach stattfinden. Die Kommission strebt aber die Festlegung gemeinsamer Schwerpunktbereiche der Mitgliedsstaaten in den Bereichen Wissenschaft und Technologie an“, sagte Pauli. Nur so lasse sich Europas Forschungslabyrinth beenden und auch bei der Internationalisierung der Hochschulen ein exzellentes Niveau fördern. Einen Qualitätsschub forderte der ehemalige Professor an der Stanford University, Prof. Hans N. Weiler. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulen lasse nach wie vor zu wünschen übrig.

Demgegenüber bezeichnete Ulla Burchardt, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag, Deutschland bereits heute als attraktiven Standort für ausländische Studierende und Wissenschaftler. Sie verwies darüber hinaus auf den Beitrag, den die von Außenminister Steinmeier gestärkte deutsche Außenwissenschaftspolitik leiste. Dies stelle eine „außenpolitische Kulturrevolution“ dar. Zudem begrüßte Burchardt die ressortübergreifende Zusammenarbeit bei der Vorlage der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung.

Dr. Thomas Götz, Beauftragter für Außenwissenschaftspolitik im Auswärtigen Amt, gab einen Überblick über die Bandbreite außenwissenschaftlicher Initiativen und unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Ressource Wissen für Deutschland als Hochlohnland. Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, befürwortete den eingetretenen Bewusstseinswandel. Internationalisierung ist „ein strategischer, alternativloser und dynamischer Prozess, der bei erkenntnisbezogener und institutioneller Internationalität ansetze“ und je nach Wissenschaftsdisziplin unterschiedlich sei.

Quelle: Pressemeldung MLP Finanzdienstleistungen AG

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