Familienfreundlichkeit ist ein Erfolgsfaktor für Krankenhäuser
Krankenhäuser stehen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigt in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach medizinischen Leistungen, andererseits sinkt die Verfügbarkeit an qualifizierten Fachkräften im ärztlichen- wie im Pflegebereich.
Aus dem deutschen Gesundheitswesen werden in den nächsten sieben Jahren knapp 60.000 Krankenhaus- und Vertragsärzte altersbedingt ausscheiden. Gleichzeitig sind die Absolventenzahlen im Fach Medizin seit Jahren kontinuierlich rückläufig und der Fachkräftenachwuchs ist zu über 50 Prozent weiblich. Gute Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen daher als Instrument zur Fachkräftesicherung immer mehr an Bedeutung.
Um Krankenhäuser bei der Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik zu unterstützten, ist die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Kooperation mit dem Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" des Bundesfamilienministeriums eingegangen. Teil der Kooperation ist die gemeinsame Informationsbroschüre "Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus. Aus der Praxis für die Praxis", die einen kompakten Überblick zum Thema, Tipps zur praktischen Umsetzung und anschauliche Beispiele aus der Praxis enthält. Kernthemen sind u.a. effizientere Abstimmungsroutinen, neue Teilzeitmodelle auch im ärztlichen Bereich, mehr Kommunikation zum Thema Vereinbarkeit und diverse Modelle der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung.
"Wenn wir unsere top ausgebildeten Mediziner und Pflegekräfte nicht an das Ausland oder andere Branchen verlieren wollen, sollten wir die vielerorts noch starren Strukturen schnell ändern. Auch in einer hochkomplexen, modernen Arbeitswelt muss es Raum und Zeit für Kinder und Familie geben. Das steigert nicht nur die Attraktivität der Krankenhausberufe, sondern auch die tagtägliche Motivation und Effizienz der Beschäftigten. Die Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist wegweisend - und das längst nicht nur für Branchen, die den Fachkräftemangel schon heute spüren", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.
"Verschiedene Studien zeigen, dass sich Investitionen in familienfreundliche Arbeitsplätze menschlich und betriebswirtschaftlich für Unternehmen lohnen", erklärt DKGHauptgeschäftsführer Georg Baum. "Zufriedenere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, niedrigere Fluktuationsraten, kürzere Auszeiten und eine schnellere Wiederbesetzung offener Stellen können das Ergebnis familienfreundlicher Personalpolitik in den Kliniken in den Zeiten des Fachkräftemangels sein", so Baum weiter.
"Es gibt inzwischen einige Krankenhäuser, die mit ihren Beschäftigten auf vorbildliche Weise kreative und ganz pragmatische Lösungen entwickeln, die die Balance von Beruf und Privatleben erleichtern. Diese Erfahrungen wollen wir gemeinsam mit der DKG bekannt machen und damit auch zu einem Erfahrungsaustausch zwischen Krankenhäusern beitragen", betont Sofie Geisel, Leiterin des Netzwerkbüros "Erfolgsfaktor Familie".
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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