Fünfzehnter Tag der Architektur eröffnet Zeichen setzen.
Aus dem "Tag der Architektur" ist inzwischen im Wortsinn eine Bürgerbewegung für zeitgenössisches Bauen geworden. Sehr zu Recht, wie der rheinland-pfälzische Finanz- und Bauminister Professor Dr. Ingolf Deubel bemerkte "Baukultur ist Teil unserer regionalen Kultur mit hoher gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Ausstrahlung." Sie vermittelt sich, so der Minister, durch gute Beispiele, Vernetzung und Kommunikation. Rheinland-Pfalz hat aus diesem Grund vor mehr als sechs Jahren mit dem "...Dialog Baukultur ein Netzwerk geschaffen, das inzwischen zu einem innovativen Instrument zur Profilierung und Entwicklung unseres Landes wurde." Veranstaltungen wie den Tag der Architektur, der gemeinschaftlich von Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und Thüringen aus entwickelt wurde, nannte er zeichenhaft für in diesem Sinne fruchtbare Dialoge.
Ohne eine große Zahl von Bauherren und Nutzern, darauf machte Stefan Musil, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz aufmerksam, sei ein Ereignis wie der Tag der Architektur nicht möglich. Für ihre Bereitschaft zunächst in die architektonische Qualität ihres Projektes zu investieren, dann Gäste zu empfangen und Einblick zu gewähren gebühre ihnen Dank, so Musil weiter - und natürlich den Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern, die allen Rede und Antwort stehen. Gerade öffentliche Bauherren wie Bund, Länder und Kommunen sind aufgefordert, beim täglichen Bauen im Sinne der Nachhaltigkeit für Bauqualität und Baukultur zu sorgen.
Foto: Bild vom Hambacher Schloss vor blauem Sommerhimmel
Das Lob nahm Professor Arno Schmid, Präsident der Bundesarchitektenkammer, gerne auf und schlug in seinem Beitrag den großen politischen Bogen: "An diesem historischen Ort wurden vor 177 Jahren erste Zeichen gesetzt, Zeichen für mehr Freiheit, Zeichen für Demokratie, Zeichen für die Rechte des Einzelnen. An diesem historischen Ort feiern wir heute, im Jahre 2009 - 160 Jahre nach der Paulskirche, 60 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, und 20 Jahre nach der friedlichen Vereinigung dieser beiden deutschen Staaten - unter dem Motto "Zeichen setzen" den traditionellen Bundesauftakt zum Tag der Architektur."
Für die attraktive Verbindung der neuen Architektur, die sich im besten Sinne dem "Weiterbauen" eines seit Jahrhunderten immer wieder neu und umgestalteten Ortes widmet, und seiner spannenden politischen Geschichte sprechen auch mehr als 40.000 Besucher, die in den wenigen Monaten seit Wiedereröffnung der neuen Dauerausstellung im November 2008 zum Hambacher Schloss gekommen sind. Landrätin Sabine Röhl vom Vorstand der Stiftung Hambacher Schloss zeigte sich in ihrer Begrüßung sehr zufrieden darüber.
Der Schweizer Architekt Max Dudler mit Büros in Berlin, Frankfurt und Zürich arbeitet seit 2006 am Schloss: Fertig gestellt sind die Umgestaltung des Inneren mit Fest- und Siebenpfeiffersaal, der barrierefreie Zugang und die Neukonzeption der Dauerausstellung. Im Umfeld des Schlosses entstehen nun noch ein Empfangs- und Informationszentrum sowie eine neue Gastronomie und die Neugestaltung der Außenanlagen geplant. Er stellte im Gespräch mit Dr. Karl Böhmer seine Intention zur Weiterentwicklung des Schlosses als Zeichen für Demokratie und Baukultur vor.
Quelle: Pressemeldung Architektenkammer Rheinland-Pfalz
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