Fusionsenergie durch ITER bleibt ungewiss

23.07.2010 | Berlin
Anlässlich der EU-Kommissionsvorlage "Deckung eines zusätzlichen Finanzierungsbedarfs für das ITER-Projekt" erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Das europäische Prestigeprojekt der internationalen Fusionsforschung ITER ist weiter unfinanzierbar. Nach allen Umschichtungsvorschlägen bleibt der EU eine Finanzierungslücke von 540 Millionen Euro. Trotzdem will die Kommission grünes Licht für den ITER-Bau geben. Bei der Sondertagung des ITER-Rates am 27./ 28. Juli im südfranzösischen Cadarache will die EU-Kommission eine Verdreifachung des Gesamt-Kostenrahmens absegnen.

Der vorgelegte Finanzierungsvorschlag enthält nur eine Teilfinanzierung und ist daher unseriös. Woher die weitere Deckung der Finanzierung kommen soll, steht genauso in den Sternen, wie der Erfolg der Kernfusion selbst. Fazit: eine unfinanzierbare und überdies überflüssige Energieforschung, aus der die EU schnellstmöglich aussteigen sollte. Selbst Optimisten sehen den Anwendungshorizont nicht vor dem Jahr 2055. Bis dahin muss aber der Umbau zu einer nachhaltigen Energieversorgung längst passiert sein.

Ein von uns eingebrachter Antrag, der Bundesregierung für die Beratung dieses Votum mitzugeben, wurde von den Koalitionsfraktionen abgelehnt.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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