GOZ-Entwurf
Als einen Affront der ganz besonderen Art hat der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte, Dr. Karl-Heinz Sundmacher, heute die beabsichtigte Anhebung der zahnärztlichen Honorare für Privatpatienten um ganze 0,458 Prozent bezeichnet.
"Das ist ein geradezu makaberer Witz", so Sundmacher. Am Freitag der vergangenen Woche war der bereits seit etlichen Monaten angekündigte Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministerium für eine Anpassung der zahnärztlichen Gebührenordnung bekannt geworden. Er platzte mitten in die Beratungen der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer, auf der der Staatssekretär im BMG, Dr. Klaus Theo Schröder zuvor eine Honoraranhebung von zehn Prozent in Aussicht gestellt hatte.
Die derzeit geltende Gebührenordnung für Zahnärzte trat am 01.01.1988 in Kraft und wurde in den vergangenen 20 Jahren nicht novelliert, während gleichzeitig der Index der Dienstleistungskosten um nahezu 60 Prozent gestiegen ist. Beratungen zu einer neuen GOZ laufen bereits seit Jahren. Dabei war deutlich geworden, dass das Ministerium eine Angleichung der privaten Gebührenordnung an den Leitungskatalog und das Honorarniveau der gesetzlichen Krankenversicherung anstrebt.
Im Verlauf der Beratungen hatte die Zahnärzteschaft einen wissenschaftlich fundierten und betriebswirtschaftlich exakt berechneten eigenen Entwurf vorgelegt, der jedoch fast komplett ignoriert wurde.
"Mit diesem Entwurf wird der Verordnungsgeber weder seiner Verpflichtung für einen fairen Interessenausgleich der Beteiligten noch seiner Verantwortung für die Sicherung einer hochwertigen zahnmedizinischen Versorgung gerecht", betonte Sundmacher. "Dies sollte nicht nur die Zahnärzteschaft, sondern gleichermaßen Patientenverbände auf den Plan rufen!"
Quelle: Pressemeldung Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.
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