Gabriel: High-Tech Batterien aus Deutschland sichern Mobilität der Zukunft
"Die Automobilindustrie befindet sich an einem Wendepunkt. Die weltweite Klima- und Ressourcenkrise verlangt nach effizienten, sparsamen Fahrzeugen. Deshalb müssen wir jetzt die gegenwärtige Absatzkrise der Automobilwirtschaft nutzen, um neue Produkte zu entwickeln. Ich denke hier vor allem an das Elektroauto und den Plug-In-Hybrid. Das Herzstück eines Elektrofahrzeugs ist seine Batterie. Wer Zugang zu sicheren, langlebigen, effizienten und preisgünstigen Batterien hat, der ist auf dem neuen Markt der Elektromobilität gut aufgestellt. Ein Unternehmen wie Li-Tec ist somit von strategischer Bedeutung für die Sicherung von Arbeitsplätzen in einem Wirtschaftszweig, der für unser Land weiterhin von überragender Bedeutung ist. Das Beispiel Li-Tec zeigt, dass mit dem Know-how der Mitarbeiter und mit dem Engagement von großen Konzernen die erforderlichen Technologiesprünge möglich sind. Die Bundesregierung unterstützt diese Entwicklung nach Kräften - allein im zweiten Konjunkturpaket sind 500 Millionen Euro für die Förderung von innovativen Antriebstechnologien vorgesehen", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Das Bundesumweltministerium wird davon 100 Millionen Euro eigenständig in Zukunftsprojekte investieren.
"Die Chemische Industrie ist heute eine der Industrien, die beim CO2-Einsparpotenzial der Bundesregierung einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Evonik hat dafür intelligente Systemlösungen entwickelt. Der Megatrend Energieeffizienz wird unsere Gesellschaft weltweit und mit ihr unsere Wirtschaft revolutionieren. Und die Forscher und Entwickler von Evonik gehören zu den Wegbereitern dieser Revolution", sagte Patrik Wohlhauser, Vorsitzender der Geschäftsführung von Evonik Degussa GmbH. Die Lithium-Ionen-Technologie biete für Evonik eine enorme Chance: Denn Leistungsfähigkeit, Lebensdauer und Speicherfähigkeit der Batterie werden maßgeblich durch die Chemie bestimmt. "Ein Zukunftsfeld für die Spezialchemie, wie es besser nicht sein könnte", so Wohlhauser.
"Die Elektrifizierung des Autos ist der Schlüssel für nachhaltige Mobilität. Und Lithium-Ionen Batterien spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle", so Dr. Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzellen- und Batterieantriebsentwicklung bei der Daimler AG. "Dank unserer Zusammenarbeit werden Batterien aus Deutschland schon bald sowohl in Batterie- als auch in Brennstoffzellenfahrzeugen für Bewegung sorgen. Wir begrüßen es sehr, dass die Bundesregierung Technologien für nachhaltige Mobilität durch entsprechende Förderungen unterstützt."
Ende vergangenen Jahres hatten Evonik und die Daimler AG ihre Kooperation auf dem Gebiet der Lithium-Ionen Technologie bekannt gegeben. Gemeinsam wollen beide Großkonzerne damit die Forschung, Entwicklung und Produktion von Batteriezellen und Batteriesystemen am Standort Deutschland vorantreiben. Neben der Beteiligung der Daimler AG an Li-Tec sind die Unternehmen im Begriff, die Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG mit Sitz in Nabern bei Stuttgart zu gründen. Das Joint Venture - an dem Daimler 90 Prozent und Evonik 10 Prozent halten werden - wird den klaren Fokus auf der Entwicklung und Produktion von Batterien und Batteriesystemen für automobile Anwendungen haben. Die von der Gesellschaft produzierten Lithium-Ionen Batterien werden sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeug-Bereich verbaut. Die verfügbaren Kapazitäten von Li-Tec und dem Joint-Venture sind zunächst auf den Bedarf der Daimler AG konzentriert. Darüber hinaus ist aber auch der Verkauf von Zellen und Batteriesystemen an Dritte vorgesehen.
Die Bundesregierung strebt an, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Mit Strom aus erneuerbaren Energien werden diese Fahrzeuge dann praktisch zu Nullemissionsfahrzeugen. Aufgrund ihrer guten Energieeffizienz benötigen eine Millionen Fahrzeuge gerade einmal 0,3 Prozent des in Deutschland angebotenen Stroms. "Vor diesem Hintergrund können elektrische Fahrzeugantriebe einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten - und deutschen Unternehmen zugleich große Chancen auf den Exportmärkten eröffnen", so Gabriel.
Quelle: Pressemeldung Bundesumweltministerium Referat Öffentlichkeitsarbeit
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