Gentechnische Saatgut-Verunreinigungen: Regierung bleibt untätig

26.04.2010 | Berlin
Zu den heute von Greenpeace und Bioland veröffentlichten Untersuchungsergebnissen zur gentechnischen Verunreinigung von Saatgut erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Agrogentechnik und Ernährungspolitik:

Wieder zeigt sich, dass die Gentechnik-Industrie hier und vor allem bei Importen aus den USA schlampig arbeitet.

Besonders makaber: Anstatt Verunreinigungen zu vermeiden und für die hohen Kosten aufzukommen, werfen die Verursacher der Verunreinigungen denjenigen, die bewusst gentechnikfrei produzieren wollen, vor, dass deren Produkte "verunreinigt" wären und deshalb auch nicht mehr "gentechnikfrei" seien.

Statt die geltenden Gesetze einzuhalten, versucht die Bundesregierung, allen voran die FDP, diese zu umgehen und zu dehnen. Aktuell geht es dabei um "technische Lösungen".

Wir fordern die schwarz-gelbe Regierung auf, ihren rechtlichen Verpflichtungen umgehend nachzukommen und die gentechnikfreie Wirtschaft zu unterstützen. Sie muss bei der Gen-Kartoffel Amflora klare Schutzregelungen zur Verhinderung von Verunreinigungen aufstellen und den aktuellen Anbau stoppen. Sie darf den Forderungen der Gentechnik-Lobby nicht nachkommen und die derzeit geltende Nulltoleranz für in der EU nicht zugelassene Gentech-Konstrukte weiter aufweichen.

Eine Probe, die mit vier nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Maissorten verunreinigt ist, stellt nicht nur ein Risiko für die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Umwelt dar, sondern bedroht auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Zucht-Sorten. Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass die Verursacher der Verunreinigungen - und nicht die gentechnikfreie Wirtschaft - für die Kosten zur Vermeidung von Verunreinigungen aufkommen muss.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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