Gesundheitsforscher Beske: "Wettbewerb im Gesundheitswesen führt in die Irre"

20.09.2007 | Darmstadt
Die nächste Bundestagswahl wird für das deutsche Gesundheitssystem zur Schicksalswahl. Dieser Auffassung ist der Gesundheitsexperte Professor Fritz Beske: Eine erneute Große Koalition oder eine Links-Koalition führten unmittelbar in die Staatsmedizin, befürchtet der Direktor des Kieler Fritz-Beske-Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF) in einem Interview.

Selbst für eine CDU-FDP-Koalition bedeute es eine große Kraftanstrengung, diesen Weg zu vermeiden.

Beske, der heute in Berlin die Studie "Gesundheitsversorgung 2050" vorstellt, hält es angesichts des dramatischen Anstiegs der Volkskrankheiten und der Altersentwicklung der Bevölkerung für unvermeidlich, dass jeder Bürger für seine Gesundheitsversorgung persönliche Einschränkungen akzeptieren muss. Die Politik müsse dies dem Bürger in aller Ehrlichkeit vermitteln.

Wer glaube, dem Problem mit verschärftem Wettbewerb im Gesundheitswesen beizukommen, der befinde sich auf einem Irrweg. Bereits die jetzige Vielfalt unterschiedlicher Krankenkassenleistungen verletze eines der wesentlichen Gesundheitsziele, nämlich die Überschaubarkeit des Systems. Schon heute fehle den Versicherten der Überblick. Außerdem stehe verschärfter Wettbewerb im Widerspruch zu den Vergünstigungen der Gesetzlichen Krankenkassen. Die vom Europäischen Gerichtshof akzeptierte Steuerfreiheit und ein Beitragseinzug über die Arbeitgeber seien nur in einem solidarischen Gesundheitssystem zu rechtfertigen, nicht jedoch in einem Wettbewerbssystem.

Mit diesem Interview startet die Merck Pharma GmbH ab sofort einen zusätzlichen Service: Unter der Rubrik "Das aktuelle Thema" verfasst der Merck Serono Presseservice monatlich Hintergrundinformationen oder veröffentlicht Interviews mit renommierten Gesundheitsexperten im Merck Serono Presseportal zum kostenfreien Abdruck.

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Quelle: Pressemeldung Merck Serono GmbH

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