Gesundheitskarte: Datenschutz Nicht Behaupten, Sondern Belegen!

11.01.2005 | Berlin
Zum aktuellen Stand der elektronischen Gesundheitskarte erklärt Dr. Maximilian Zollner, der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, NAV-Virchow-Bund:

"Datenschutz und die Datensicherheit sind der Dreh- und Angelpunkt für Erfolg oder Misserfolg der Gesundheitskarte. Bis heute bekannt gewordene Risiken sprechen deutlich gegen ein Gelingen.

Wenn, wie berichtet, Sicherheitsexperten bei einem Modellvorhaben zur Gesundheitskarte schwer wiegende Sicherheitslücken festgestellt haben, ist das ein Zeichen für die nicht ausreichende Konzeption.

Jetzt müssen die Beteiligten Praktikabilität, Datenschutz und Datensicherheit belegen und nicht nur behaupten! Dazu sollten professionelle Hacker engagiert werden, wie etwa Mitglieder des bekannten Chaos-Computer-Club aus Hamburg.

Das Projekt der Gesundheitskarte muss aus Sicht der Sicherheit mit den gleich hohen Ansprüchen wie das Online-Banking angegangen werden, sonst wird die Karte von den Patienten nicht genutzt werden. Nachgewiesene Datensicherheit und belegter Datenschutz schaffen im Gegenzug das Vertrauen, dass der Patient mehr Daten speichern lässt als nur Notfall-Informationen und persönliche Angaben. Dieser höhere Informationswert kommt dann letztendlich auch therapeutischen Zielen zu Gute.

Um die Entwicklung der Gesundheitskarte endlich in professionellere Bahnen zu lenken, ist es notwendig, eine verantwortliche Projektleitung einzusetzen und mit entsprechender Kompetenz auszustatten, wie es führende Experten seit langem fordern. Die bisherige Konstellation, die sich größtenteils selbst blockiert und dabei vom Gesundheits-Ministerium mit illusionären Vorgaben gegängelt wird, ist so nicht zielführend."

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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