Gesundheitskompromiss: Arbeitsplatzabbau in den Praxen Geht Weiter

05.10.2006 | Berlin
"Die Große Koalition hat die Chance zum Neuanfang verpasst, jetzt öffnet sich die Pforte zu einem staatlich gelenkten Gesundheitswesen mit der akuten Gefahr von Rationierung und weiterem Arbeitsplatzabbau in den Arztpraxen", so kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, NAV-Virchow-Bund, Dr. Maximilian Zollner, den heute Nacht erzielten Kompromiss zur Gesundheitsreform.

"Durch die bevorstehende Rationierung und steigende Beiträge zahlt der Patient gleich in zweierlei Hinsicht die Zeche."

"Die verschärfte Situation bei niedergelassenen Ärzten durch Unterfinanzierung und Budgetierung wird fortgeschrieben bis 2009. Eine angemessene Vergütung ist auch durch eine dann einzuführende Euro-Gebührenordnung nicht zu erwarten. Dies wird den wirtschaftlichen Druck auf die Arztpraxen weiter erhöhen. Ein beschleunigter Arbeitsplatzabbau durch Stelleneinsparungen oder durch Umwandlung von Voll- in Teilzeitstellen ist die Folge. Das ist das Ergebnis der Gesundheitspolitik der Großen Koalition", erklärt Dr. Zollner.

Bereits heute fehlten den Praxen niedergelassener Ärzte rund zehn Milliarden Euro. Dazu kämen heute noch nicht bezifferbare Abstriche durch die Veränderung bei den privatversicherten Patienten.

"Der eigentliche Skandal ist aber der Einstieg in ein staatlich gelenktes Gesundheitswesen unter maßgeblicher Beteiligung der bürgerlichen Mitte", unterstreicht Dr. Zollner. Der Beitragssatz werde künftig vom Staat festgelegt und es werde eine Kassenein-heitsverbandsstruktur geschaffen. Eine im Titel des Gesetzes versprochene Stärkung des Wettbewerbs finde so gut wie nicht statt.

"Die drängenden Fragen einer demographiefesten Finanzgrundlage, die Innovationen und medizinischen Fortschritt auf Dauer gewährleisten, bleiben unbeantwortet. Das funktionierende System der Privaten Krankenversicherung wird zum Abriss frei gegeben. Eine verantwortungsbewusste Gesundheitspolitik sieht anders aus", so Dr. Zollner abschließend.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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