Gesundheitswesen: Weitsicht Statt Aktionismus

13.12.2002 | Köln
Der übertriebene Aktionismus der Gesundheits- und Sozialministerin Ulla Schmidt wird die angespannte finanzielle Situation im Gesundheitswesen nicht entlasten, sondern den Kollaps nur vertagen. Dies erklärte der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Maximilian Zollner, und forderte mehr Weitsicht und Gelassenheit bei der Diskussion um die Reform des Gesundheitswesens.

Deshalb sei es sehr wichtig, so Zollner, dass die Rürup-Kommission, an deren Kompetenz er allerdings erhebliche Zweifel habe, in Ruhe und in aller Gründlichkeit Vorstellungen entwickeln könne. Dabei dürfe es nicht nur um Kostendämpfungsmaßnahmen gehen, sondern eine wirkliche Reform, die der heutigen Situation in der Bundesrepublik gerecht werde. Dies bedeute auch, die Kommission in gewisse Richtungen debattieren zu lassen, die vielleicht im ersten Moment den Absichten der Bundesgesundheitsministerin entgegen liefen.

Gerade das Beispiel des Bonus-Modells der Techniker Krankenkasse in jüngster Zeit zeige, wie wenig flexibel das Bundesgesundheits- und Sozialministerium reagiere. Obwohl ein solcher Modellversuch durch das Sozialgesetzbuch gedeckt sei, sei es symptomatisch, dass erst einmal ablehnend auf derartige Veränderungen reagiert werde. Mit dieser Einstellung könnten keine grundsätzlichen Reformen, die im Gesundheitswesen dringend notwendig seien, auf den Weg gebracht werden, erklärte Zollner.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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