"Gesundheitswesen darf nicht Verhandlungsmasse sein!"

08.11.2005 | Berlin
So lautet die zentrale Forderung von Dr. Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbundes, anlässlich immer neuer möglicher Kompromisslinien, die aus den Reihen der Verhandlungsführer nach außen dringen.

"Ein Anheben der Versicherungspflichtgrenze oder der Beitragsbemessungsgrenze setzt die Politik unzulänglicher Stabilisierungsversuche und Halbherzigkeiten der vergangenen Jahre nahtlos fort", stellt Winn klar und fordert endlich einen echten Systemwechsel, der allen Bürgern eine verlässliche Perspektive und Planungssicherheit liefere.

Das bestehende GKV-System, dessen Finanzreserven seit langem aufgebraucht sind, wird in erheblichem Maße durch die PKV quersubventioniert und gestützt, stellt Winn klar. "Wenn die Politik beginnt, jetzt auch noch der PKV die Finanzierungsgrundlage zu entziehen und den Versichertenkreis zu reduzieren, wird dies die Aufrechterhaltung der bisherigen qualitativ hochwertigen, flächendeckenden Versorgung nachhaltig gefährden", prognostiziert der Verbandsvorsitzende und führt aus, dass zumindest in Westdeutschland zehn Prozent der Patienten eines Kassenarztes privat versichert sind. Mit diesen Versicherten erzielten die Kassenärzte ein Fünftel des Honorars, was schließlich auch den GKV Patienten zu Gute käme. "Ohne diese Quersubventionierung wären heute schon einige Praxen geschlossen", macht der niedergelassene Allgemeinmediziner deutlich und begrüßt den Vorstoß, die Mitnahme der Altersrückstellungen zu ermöglichen und damit den privaten Krankenversicherungsmarkt zu flexibilisieren. Dieser positive Ansatz werde allerdings durch die oben genannten Vorschläge karikiert, führt Winn aus.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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