Greenpeace: Gabriel versteckt brisante Klima-Studie
Das Bundesumweltministerium (BMU) hat gestern die Leitstudie 2008 zur Energieversorgung veröffentlicht. Statt diese wie üblich mit einer Pressekonferenz zu begleiten, hat das Ministerium die Studie nur auf die eigene Homepage gestellt. Das Gutachten bestätigt Untersuchungen von Greenpeace, nach denen die Klimaschutzziele der Bundesregierung nur noch dann erreicht werden köpnnen, wenn keine weiteren Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. Auch müssen nach Ansicht der Gutachter vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen beschlossen werden. Die Studie des Ministeriums steht im Widerspruch zur Klimapolitik von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der sich explizit für den Neubau von weiteren Kohlekraftwerken einsetzt.
Die größte CO2 Quelle Europas , das Rheinische Braunkohlerevier, liegt in Nordrhein-Westfalen.
Gabriel wird von seinen eigenen Gutachtern Lügen gestraft, erklärt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. Kein Wunder, dass er die Studie stillschweigend auf seiner Internetseite zu verstecken versucht, anstatt sie auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Leitstudie hat den Zweck aufzuzeigen, wie die Zielsetzung der Bundesregierung, die Klimagasemissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent zu senken, umgesetzt werden kann.
Die Leitstudie 2008 zeigt zudem, dass viele der im Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm der Bundesregierung (IKEP) beschlossenen Ziele nicht erreicht werden können. So wird das Ziel der Reduzierung des Stromverbrauchs um elf Prozent bis 2020 verfehlt, wenn die schwachen Gesetze dafür nicht nachgebessert werden. Auch der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 Prozent bis 2020 kann mit dem Gesetz der Regierung nicht erreicht werden. Greenpeace hatte darauf zuletzt im Juni dieses Jahres mit einer Bewertung der Meseberg-Beschlüsse hingewiesen.
Herr Gabriel sollte endlich die Fakten der Wissenschaftler zur Kenntnis nehmen und aufhören, den Menschen neue Kohlekraftwerke als gelebten Klimaschutz zu verkaufen. Sonst wird der Umweltminister am Ende selbst zur größten Gefahr für den Klimaschutz. Angesichts der dramatischen Beschleunigung des Klimawandels muss man von einem Umweltminister erwarten, dass er aufschreit, wenn die Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr auf Kurs ist. Gabriel drückt sich aber vor den Fakten und versucht, die Dinge weiter schönzureden, das ist skandalös!, so Böhling.
Quelle: Pressemeldung Greenpeace
Weitere News
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
13.03.2012 | In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum Alltag. Zu verschiedenen Anlässen, wie etwa an...
weiter in Geschäftsgeschenke - eine gute ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
14.11.2011 | GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter in Keine Versorgungslösungen, kein ...Das Internet als Demokratie-Verstärker
07.11.2011 | Zwei Drittel sehen positiven Effekt für "mehr Demokratie" Fast jeder Zweite sieht im Web Chancen zur...
weiter in Das Internet als ...Gutachten zum Achten Familienbericht: Kein Ausspielen von Zeit und Geld
28.10.2011 | Anlässlich der Übergabe des Sachverständigengutachtens für den Achten Familienbericht an...
weiter in Gutachten zum Achten ...Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen
27.10.2011 | Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)...
weiter in Ohoven: Die Wette läuft, die ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
