Hartmannbund begrüßt Kanzler-Appell

07.01.2003 | Berlin
Dr. Thomas: "Eigenverantwortung als System-Instrument in der gesetzlichen Krankenversicherung verankern!"

"Das soziale Netz zerreißt keinesfalls, wenn eine notwendige elastische Binde aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss und nicht jeder Schnupfen zu Lasten der Solidargemeinschaft auskuriert werden soll." Eine Neu-Justierung des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung ist für Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, den Vorsitzenden des Hartmannbundes, "ganz oben auf der gesundheitspolitischen Agenda 2003" und genauso dringlich, wie eine Neu-Definition von Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität.

In diesem Zusammenhang begrüßt der Hartmannbund-Vorsitzende "mit größtem Nachdruck" die Neujahrsansprache von Bundeskanzler Gerhard Schröder, in der dieser intensiv um die Bereitschaft von mehr Eigenverantwortung der Bürger geworben hatte: "Es wäre zu begrüßen, wenn Herr Schröder diesen Appell in seine Richtlinien-Kompetenz, die er auch in der Gesundheitspolitik hat, in den nächsten Wochen und Monaten einfließen lassen würde!" Denn gerade vor dem Hintergrund des immer rasanter werdenden medizinischen Fortschritts und des immer schneller werdenden demographischen Wandels in unserer Gesellschaft sei es unabdingbar, "die Eigenverantwortung sehr viel stärker als bisher als System-Instrument in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verankern."

Dieser "neue Eckpfeiler in der GKV" brauche als tragfähiges Fundament jedoch zwingend "Transparenz im Leistungs- und Abrechnungsgeschehen." Das bedeute, dass jeder Patient unmittelbar erkennen könne, welche Leistungen er abfordert und welche Kosten damit verbunden sind: Insofern kann der vielfach geforderte ?mündige Patient", der leider im bisherigen System so unmündig gehalten wird wie in keinem anderen Lebensbereich, selbst bestimmen, in welchem Umfang er einen jährlichen Selbstbehalt leisten möchte."

Dabei ist es für den Hartmannbund-Vorsitzenden unstrittig, dass die solcherart gestärkte Eigenverantwortung der Patienten, die in einem Kostenerstattungssystem mit sozialverträglicher Selbst-beteiligung praktikabel umgesetzt werden könnte, eine neue Qualität der Solidarität in der GKV schaffen könne, "die es dann sicherstellt, dass die großen Gesundheitsrisiken weiterhin solidarisch abgesichert bleiben."

Als "kontraproduktiv" und mit der geforderten Transparenz nicht kompatibel bezeichnete Dr. Thomas ein "Fallpauschalen-System", wie es in der gesundheitspolitischen Debatte immer wieder diskutiert werde: "Ein solches System ist der jetzt verstärkt von allen Seiten geforderten Eigenvorsorge und Eigenverantwortung in keiner Weise dienlich."

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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