Hartmannbund begrüßt Kanzler-Appell
"Das soziale Netz zerreißt keinesfalls, wenn eine notwendige elastische Binde aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss und nicht jeder Schnupfen zu Lasten der Solidargemeinschaft auskuriert werden soll." Eine Neu-Justierung des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung ist für Dr. med. Hans-Jürgen Thomas, den Vorsitzenden des Hartmannbundes, "ganz oben auf der gesundheitspolitischen Agenda 2003" und genauso dringlich, wie eine Neu-Definition von Eigenverantwortung, Subsidiarität und Solidarität.
In diesem Zusammenhang begrüßt der Hartmannbund-Vorsitzende "mit größtem Nachdruck" die Neujahrsansprache von Bundeskanzler Gerhard Schröder, in der dieser intensiv um die Bereitschaft von mehr Eigenverantwortung der Bürger geworben hatte: "Es wäre zu begrüßen, wenn Herr Schröder diesen Appell in seine Richtlinien-Kompetenz, die er auch in der Gesundheitspolitik hat, in den nächsten Wochen und Monaten einfließen lassen würde!" Denn gerade vor dem Hintergrund des immer rasanter werdenden medizinischen Fortschritts und des immer schneller werdenden demographischen Wandels in unserer Gesellschaft sei es unabdingbar, "die Eigenverantwortung sehr viel stärker als bisher als System-Instrument in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verankern."
Dieser "neue Eckpfeiler in der GKV" brauche als tragfähiges Fundament jedoch zwingend "Transparenz im Leistungs- und Abrechnungsgeschehen." Das bedeute, dass jeder Patient unmittelbar erkennen könne, welche Leistungen er abfordert und welche Kosten damit verbunden sind: Insofern kann der vielfach geforderte ?mündige Patient", der leider im bisherigen System so unmündig gehalten wird wie in keinem anderen Lebensbereich, selbst bestimmen, in welchem Umfang er einen jährlichen Selbstbehalt leisten möchte."
Dabei ist es für den Hartmannbund-Vorsitzenden unstrittig, dass die solcherart gestärkte Eigenverantwortung der Patienten, die in einem Kostenerstattungssystem mit sozialverträglicher Selbst-beteiligung praktikabel umgesetzt werden könnte, eine neue Qualität der Solidarität in der GKV schaffen könne, "die es dann sicherstellt, dass die großen Gesundheitsrisiken weiterhin solidarisch abgesichert bleiben."
Als "kontraproduktiv" und mit der geforderten Transparenz nicht kompatibel bezeichnete Dr. Thomas ein "Fallpauschalen-System", wie es in der gesundheitspolitischen Debatte immer wieder diskutiert werde: "Ein solches System ist der jetzt verstärkt von allen Seiten geforderten Eigenvorsorge und Eigenverantwortung in keiner Weise dienlich."
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
Dieser Beitrag wurde bisher 71 mal gelesen.
(Rang 476 auf landtagswahlen24.de)
Weitere News
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
25.04.2012 | Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des Betreuungsgeldes mit SGB II-Leistungen erklärt...
weiter in Betreuungsausbau statt ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
21.11.2011 | vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an den Kosten der Energiewende
weiter in Netzentgelte: Regierung schröpft ...Allgäu Initiativ Konferenz beschließt Resolution aufgrund Bundeswehr-Standortschließungen
14.11.2011 | Gremium möchte mit Forderungen betroffene Kommunen unterstützen
weiter in Allgäu Initiativ Konferenz ...Lammert und Voßkuhle diskutieren über "Verfassungsgericht und Gesetzgeber"
10.11.2011 | Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "W-Forum" diskutieren Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Präsident...
weiter in Lammert und Voßkuhle diskutieren ...BDI steht auf Seiten der Klinikärzte Solidarität mit Streikenden an Univ.-Kliniken
01.11.2011 | In einer Urabstimmung über einen Streik an den Univ.-Klinken haben 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte für...
weiter in BDI steht auf Seiten der ...Aktuelles
Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!
Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Neuigkeiten
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Weitere Themen
Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia
Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...
weiter ...Archiv
Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?
In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...
weiter ...Keine Versorgungslösungen, kein Angebot Hausarztzentrierter Versorgung für Versicherte
GKV-Spitzenverband hat versagt
weiter ...Verschiedenes
Achter Familienbericht Zeit für Familie: Viel Pragmatismus, wenig Innovation
Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts...
weiter ...Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...
