"Hausarztmodelle" müssen erst auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden

06.07.2004 | Köln
Das von einigen Kassen derzeit in Aussicht gestellte Hausarztmodell mit einer möglichen Erstattung der Praxisgebühr ist "nichts anderes als ein billiger Köder der Kassen, um ihre Mitglieder zu halten", erklärt der stellvertretende Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Hans-Martin Hübner.

Der NAV-Virchow-Bund, der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, fordert daher das Bundesgesundheitsministerium auf, jedes dieser so genannten Hausarztmodelle auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. "Die in diesem Hausarztmodell gesparten 40 Euro Praxisgebühr im Jahr müssen erst einmal erwirtschaftet, sprich eingespart werden", betont Dr. Hübner, sonst vergreifen sich die Kassen hier an den Beträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Dass ein Hausarztmodell kostengünstiger ist, diesen Beweis blieben die Kassen immer noch schuldig. Sie liefern sogar selbst das größte Argument dagegen. Denn das wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) hat in einer repräsentativen Umfrage vom Mai 2004 festgestellt, dass aktuell bereits 93% aller Befragten einen Hausarzt nutzen. "Dass die restlichen 7%, die einen Facharzt direkt aufsuchen, teurer behandelt werden, als wenn sie zunächst einen Hausarzt aufsuchen würden, ist ein Ammenmärchen von Politik und Krankenkassen", stellt Dr. Hübner fest.

"Vielmehr bedeutet der Weg über den Hausarzt in vielen Fällen tatsächlich Doppeluntersuchungen, der direkte Gang zum Facharzt hingegen Kosteneinsparungen. Daher ist die freie Arztwahl für mündige Bürger auch wirtschaftlicher", erläutert Dr. Hübner.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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