IGSF: Nur Priorisierung kann Probleme der GKV lösen

25.03.2010 | Berlin
Nur die Priorisierung von Leistungen könne langfristig die Probleme in der gesetzlichen Krankenversicherung lösen. Das ergab die Studie "Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung bei begrenzten Mitteln" des Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF).

"Keine andere Maßnahme wird ausreichen, die künftigen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu finanzieren", zitierte die Ärztezeitung Prof. Fritz Beske, Leiter des IGSF, bei der Vorstellung der Studie in Berlin (24.03.2010). Selbst die derzeit von der Politik geplanten Steuerzuschüsse würden in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Politik müsse der Realität ins Auge sehen. "Die Diskussion um eine Priorisierung wird aber von der Regierung völlig ignoriert", so Beske.

"Ein universelles Leistungsversprechen ist nicht länger zu verantworten", erklärte Prof. Dr. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer. Er erneuerte seine Forderung, einen Gesundheitsrat aus Ärzten, Ethikern, Juristen, Gesundheitsökonomen, Theologen, Sozialwissenschaftlern und Patientenvertretern zu gründen, der Empfehlungen für eine Priorisierung entwickeln soll. Die letzte Verantwortung müsse dabei die Politik tragen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, sagte: "Ärzte und andere Leistungserbringer spüren schon heute die Situation schmerzhaft", Sie würden durch Budgets und bürokratische Vorschriften geknebelt. Die Studie vom IGSF sei daher ein Schritt in die richtige Richtung, so Köhler.

Quelle: Pressemeldung Bundesärztekammer

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