Kienbaum-Studie zur Zukunft der Energieversorgung deutscher Städte
Jedoch scheinen nur wenige deutsche Städte die sich bietenden Chancen nutzen zu wollen: Fast zwei Drittel der Kommunen planen, lediglich den schon bestehenden Konzessionsvertrag neu auszuschreiben, und jede zehnte deutsche Stadt will die Konzession gar nur neu an den derzeitigen Betreiber vergeben.
"Das ist zwar für die Kommunen der Weg mit dem geringsten Verwaltungsaufwand, mögliche Potenziale durch einen "Modellwechsel" wie die Neugründung eines Versorgungsunternehmens mit Betrieb des Netzes durch das Unternehmen oder externe Dritte bleiben jedoch ungenutzt", sagt Hilmar Schmidt, Leiter des Bereichs Public Management bei Kienbaum. Konkret können sich laut der Studie nur 40 Prozent der befragten Kommunen vorstellen, das Versorgungsunternehmen zusammen mit kommunalen Partnern zu betreiben; 19 Prozent spielen mit dem Gedanken, dies in Kooperation mit einem Unternehmen der Privatwirtschaft zu tun.
Energieversorgung ist derzeit noch mehrheitlich in öffentlicher Hand
Derzeit wird die Stromversorgung noch in 72 Prozent der befragten Städte und Gemeinden durch ein Unternehmen gewährleistet, das sich vollständig oder mehrheitlich in öffentlicher Hand befindet. Bei der Gasversorgung sind es sogar 79 Prozent. Lediglich rund acht Prozent der Kommunen lassen die Versorgung durch ein privatwirtschaftliches Unternehmen erbringen. Kommunale Minderheitsbeteiligungen gibt es im Strombereich bei 17 Prozent der Städte und Gemeinden und im Gasbereich bei zehn Prozent der Kommunen. In zwei beziehungsweise drei Prozent der befragten Gebietskörperschaften übernehmen diese Aufgabe Unternehmen, die jeweils zur Hälfte in öffentlicher und privater Hand sind.
Wirtschaftlicher Vorteil der Kommune steht an erster Stelle
Auf die Frage nach den wichtigsten Faktoren für die gegenwärtige und zukünftige Energieversorgung in ihrer Kommune nennen die Befragten vier zentrale Aspekte: Erstens legen sie Wert auf einen wirtschaftlichen Vorteil ihrer Kommune, zum zweiten spielt das Thema Versorgungssicherheit für sie eine zentrale Rolle, drittens steht das Ziel der Daseinsfürsorge im Mittelpunkt ihrer strategischen Überlegungen und ebenfalls ganz oben auf der Prioritätenliste rangiert die Regionalität des Anbieters. "Die Kommunen haben klare Kriterien für ihre künftige Strategie in Sachen Energieversorgung. Intelligente Alternativkonzepte zu den bestehenden Modellen können die Städte und Gemeinden bei der Erreichung dieser Ziele entscheidend unterstützen", sagt Hilmar Schmidt von Kienbaum.
Quelle: Pressemeldung Kienbaum Consultants International GmbH
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