Klonfleisch: Europäische Verbraucher wollen keine Dollys auf ihren Tellern

06.08.2010 | Berlin
Zu den aktuellen Berichten, wonach Klonfleisch und -milch im europäischen Handel ist, erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Agrogentechnik:

Fleisch und Milch von geklonten Tieren und deren Nachkommen dürfen nicht erlaubt werden. EU-Kommission und EU-Ministerrat, wie auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner opfern die Gesundheit der betroffenen Tiere und die Interessen europäischer Verbraucher auf dem Altar der US-Handelsinteressen.

Umwelt- und Verbraucherverbände, das EU-Parlament und der Deutsche Bauernverband haben sich gegen Klonfleisch ausgesprochen. Selbst die von der EU-Kommission eingesetzte Ethikgruppe sieht in ihrem Bericht keine überzeugenden Argumente für die Nahrungsmittelerzeugung mit Hilfe geklonter Tiere. Im Gegenteil: Diese leiden besonders häufig unter Organmissbildungen, Immunschwächen, Blutarmut, Herzkrankheiten und Leberversagen.

Zudem wird die genetische Vielfalt bei Nutztierrassen verringert und Monopolisierungstendenzen in der Tierzucht durch Patente auf Tiere Vorschub geleistet.

Schon allein der Respekt vor den Tieren gebietet es, dass das Klonen nicht zur Selbstverständlichkeit werden darf. Wir brauchen keine geklonten Tiere für die Nahrungsproduktion. Die bisherigen Zuchtmethoden sind erfolgreicher, preiswerter und kommen ohne Tierquälerei aus.

Wir fordern Ministerin Aigner auf, bei weiteren Verhandlungen in den entsprechenden EU-Gremien zur Novel-Food-Verordnung die Position des EU-Parlaments zu unterstützen, das sich noch im Juli für ein Verbot von Produkten von geklonten Tieren und deren Nachkommen ausgesprochen hat.

Die Bundesregierung muss sich auf allen Eben dafür einzusetzen, die Produktion, den Verkauf und den Handel von Klonfleisch und anderen Produkten aus geklonten Tieren und deren Nachkommen nicht zuzulassen. Wir werden einen Antrag in den Bundestag einbringen, der die Bundesregierung auffordert, sich für ein generelles Klon-Verbot von Tieren einzusetzen.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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