Konjunkturlokomotive Bau muss wieder in Schwung gebracht werden
Die Wirtschaft benötigt angesichts der momentanen Finanzkrise und dem prognostizierten weiteren Abschwung dringend stabilisierende Maßnahmen. Die Architektenkammer unterstützt die Konzeption eines zweiten Konjunkturprogramms. "Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass dies eine nachhaltige Wirkung erzielt", appelliert Dr. Michael Coridaß, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer Rheinland-Pfalz an Bundes- und Landesregierung. Nicht die Quantität sei alleine entscheidend, sondern gleichzeitig die Qualität und das Timing der Fördermaßnahmen.
Im Schulbau sind Sanierungen der oft aus den 60er Jahren stammenden Schulgebäude dringend erforderlich: energetisch, bautechnisch aber auch zur Anpassung an geänderte pädagogische Konzepte. Die Unterrichtsmethoden haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, hinzu kommt die Anpassung an Ganztagesbetreuung und -unterricht. Investitionen in Schulen sind Investitionen in die nachfolgende Generation und die Zukunft. Rheinland-Pfalz hat im Rahmen des Dialogs Baukultur mit den Modellprojekten "Schule bauen - bauen schult" gezeigt, wie Um- und Ergänzungsbauten den Anforderungen neuer Schulformen entsprechen können. Gerade bei Bauten für Kinder sollte die Zeit der Billiglösungen vorbei sein.
Notwendige Umbauten für eine älter werdende Gesellschaft
Neben Energieeinsparung und Energieeffizienz muss sich Deutschland dringend auf die demografische Entwicklung einstellen. "Auch hier liegen vielfach bauliche Maßnahmen seit Jahren auf Eis", so Dr. Coridaß. Barrierefreie Wohnungen fehlen in den Innenstädten, wie auch im ländlichen Raum. Viele ältere Menschen müssen so die Unbequemlichkeiten wie auch die erhöhten Unfallrisiken in ihrer Wohnung in Kauf nehmen oder vorzeitig in ein Altersheim umziehen. Architekten haben sich den Herausforderungender altersgerechten und energieeffizienten Umgestaltung des Wohnungsbestandes gestellt. Die von der Architektenkammer geforderten einfachen Fördermaßnahmen, wie die früher praktizierten steuerlichen Abschreibungen oder direkte Investitionszuschüsse, sind aber Voraussetzung, um zügig bestehende Investitionsblockaden aufzuheben.
Arbeitsplätze in Planungsbüros und Handwerksbetrieben gefährdet
Der Bau- und Immobiliensektor ist eine der Säulen des Mittelstandes mit mehr als 50.000 Beschäftigten alleine in Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werde die Bauwirtschaft bis zum Jahresende um weitere 1,5 Prozent schrumpfen, nachdem sie bereits im dritten Quartal um ein Prozent zurückgegangen ist. Für viele Planungsbüros und Handwerksbetriebe ist ein solcher Rückgang bereits schwer zu kompensieren. Wenn der Abschwung weiter anhält, wird dies viele betriebswirtschaftlich auf das Abstellgleis der Konjunktur zwingen.
Quelle: Pressemeldung Architektenkammer Rheinland-Pfalz
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