Landwirtschaft

02.09.2008 | Mainz
Hering: Landwirte brauchen sichere Einkommensgrundlage und faire Rahmenbedingungen

„Die Landwirte und Winzer brauchen eine sichere Einkommensgrundlage, um die Herausforderungen globalisierter Märkte erfolgreich zu bestehen und im Wettbewerb angesichts der steigenden Kostenbelastung mit zu halten. Zugleich sind faire Rahmenbedingungen eine elementare Voraussetzung für eine nachhaltige Existenz unserer Betriebe.“ Hierauf wies der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Hendrik Hering anlässlich der Verabschiedung des Landesagrarberichts 2008 in der heutigen Kabinettssitzung hin, der die Lage der Landwirtschaft und des Weinbaus für das Wirtschaftsjahr 2006/07 beleuchtet.

Mit 42 668 Euro erzielten die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe das zweitbeste Wirtschaftsergebnis der alten Bundesländer. Die weinbaulichen Haupterwerbsbetriebe erzielten mit 43 043 Euro noch ein geringfügig besseres Ergebnis. Den Bundesdurchschnitt übertrafen die rheinland-pfälzischen Betriebe damit um knapp 2 000 Euro. Insbesondere die Ackerbaubetriebe mit dem Schwerpunkt der Getreideerzeugung haben den größten Schritt bei den Einkommen auf 47 134 Euro vollzogen. Wesentlicher Grund für die positive Einkommensentwicklung war das Geschehen auf den Agrarmärkten, die sich im Wirtschaftsjahr 2006/07 von Angebots- in Nachfragemärkte gedreht haben und somit eine Trendwende vollzogen haben. Auch die reformierte gemeinsame Agrarpolitik mit den entkoppelten Betriebsprämien lieferte einen wichtigen Einkommensbeitrag.

Wie Hering weiter erläuterte, wird sich der positive Trend für das Ende Juni zu Ende gegangene Wirtschaftsjahr allerdings aller Voraussicht nach abschwächen. Gründe sind die teils dramatisch gestiegenen Kosten für Energie, Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie die Kosten für den Maschineneinsatz. Landwirtschaftliche Betriebe seien Garanten für saubere und hochwertige Lebensmittel. Garantierte Herkunft und Qualität hätten ihren Wert und müssten dementsprechende Preise erzielen, so Hering. Deshalb müsse der scharfe und teilweise ruinöse Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel ein Ende haben, denn er werde letztlich auf dem Rücken der heimischen Landwirtschaft ausgetragen.

„Die Landesregierung will angesichts dieser Situation die Wettbewerbsfähigkeit der rheinland-pfälzischen Landwirte und Winzer noch weiter verbessern. Ich will den Wandel in Landwirtschaft und Weinbau aktiv gestalten und unsere Betriebe fit machen für die Zukunft“, so Hering weiter. Deshalb sei man mit dem Entwicklungs-Programm „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL) auf dem richtigen Weg. Allen voran nannte der Minister die einzelbetriebliche Investitionsförderung, die Junglandwirte-förderung, die ländliche Bodenordnung und die Marktstrukturverbesserung sowie die Ausgleichszulage in den Höhengebieten als Kernelemente seiner Agrarstrukturpolitik.

Quelle: Pressemeldung Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland Pfalz

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