Nachgraben beim Hirschacker: Risikobehaftet und völlig ungenügend

30.06.2009 | Hamburg
In der Hirschackergrube akzeptiert Roche jetzt ein Weitergraben im Chemiemüll ohne Zelt.

Greenpeace Schweiz protestiert dagegen und ist auch mit der Auswahl der Aushubbereiche nicht einverstanden: Auf Kosten von Umwelt und Sicherheit wird nur eine billige und ineffiziente Pro forma Ausgrabung durchgeführt. Die Chance für eine nachhaltige Sanierung ist somit verpasst.

Für Greenpeace sind die Nachgrabungen ein Affront. Auf Kosten von Umwelt und Sicherheit wird eine billige, risikoreiche und ineffiziente Pro forma Ausgrabung durchgeführt. Von einem solchen Vorgehen distanziert sich Greenpeace ausdrücklich. Einwände und Vorschläge von Greenpeace hat Roche übergangen.

Anstatt dass sich Roche vollumfänglich für eine Sanierungen nach den mit Greenpeace gemeinsam erarbeiteten Grundsätzen für eine "gute Sanierung" einsetzt, nehmen sie und die anderen Beteiligten beim Nachgraben ohne Zelt schwer abschätzbare Schadstoffemissionen in Kauf. Die bisherigen Aushubarbeiten fanden in einem Zelt statt, da nicht bekannt war, was für giftige Gase in welchen Mengen beim Graben freigesetzt werden. Das jetzige Weitergraben ohne Zelt dagegen ist riskant: Weder welche noch wie viel an Schadstoffen in die Umwelt freigesetzt werden, ist einschätzbar. Roche ignoriert beim Luftschutz und bezüglich Grabungsumfang verschiedene Abmachungen mit Greenpeace.

Nur die erste, ca. fünf Meter breite, so genannte 1. Schale auszuheben, wie dies jetzt geschieht, ist ineffizient. Ursprünglich war abgemacht, dass weiter ausgehoben wird, wenn gewisse Chemikalien über einem wissenschaftlich, gemeinsam festgelegten Grenzwert auftreten. Roche und die anderen Beteiligen wollen nun aber nur den Hotspot-Grubenrand beachten - was an giftigem Chemiemüll dahinter liegt, ignorieren sie. Und nicht einmal alles kontaminierte Material der 1. Schale wollen sie ausheben, sondern nur einen Teil davon: Ein äußerst fragwürdiges Vorgehen, denn somit werden kontaminierte Bereiche an den Hotspot-Grubenrändern und zum Teil an der Sohle zurückgelassen und das Gift einfach zugeschüttet. Mit nachhaltiger Sanierung hat das nichts zu tun.

Trotz Zusagen zu Offenheit und Transparenz an Greenpeace von Seiten der Roche-Führung werden Informationen weiterhin nur selektiv weitergegeben und Prozesse im Projekt verschleiert. Die Basler Chemie will mit einer billigen Scheinlösung die eigentlichen Probleme wie die hohe Stoffvielfalt in der Giftmülldeponie Hirschacker verharmlosen. Greenpeace fordert als Sofortmaßnahme, dass ein Zelt eingesetzt und der Grabungsumfang ausgeweitet wird. Der milliardenschwere Gesundheitskonzern Roche soll zu seinem Wort stehen und eine wirklich nachhaltige, sachgerechte und effiziente Lösung gemäss Stand der Technik für die von ihr mitverursachten Gefährdung des Grund- und Trinkwassers in der Region Basel finanzieren.

Quelle: Pressemeldung Greenpeace

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