Nachhaltigkeitsstrategie ohne Strategie
Der Bericht soll uns zeigen, ob wir auf Kosten nachfolgender Generationen leben oder ihnen genügend Handlungsspielraum lassen. Wir würdigen die kleinen Schritte, mit denen unsere Republik in den vergangenen zehn bis 20 Jahren nachhaltiger wurde. Der Bericht zeigt jedoch: Von vielen Nachhaltigkeitszielen sind wir weit entfernt.
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche wird jeden Tag um 104 Hektar größer, und das bei zurückgehender Bevölkerung. Jede neue Straße durch ein zusammenhängendes Landschaftsgebiet, jeder neue Supermarkt auf der grünen Wiese schränkt die Entwicklung der Artenvielfalt ein. Das zeigt der entsprechende Indikator: Der aktuelle Wert beträgt 69 Prozent des Vergleichswerts aus dem Jahr 1975. Wie der angestrebte Wert von 1975 wieder erreicht werden soll, ist uns ein Rätsel.
Bei der Entlastung der Fernstraßen durch Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene haben wir den Anteil mit 18,1 Prozent in 2008 gegenüber 16,5 Prozent in 1999 nur minimal verbessert. Das Ziel von 25 Prozent im Jahr 2015 liegt in weiter Ferne. Der Anteil der Binnenschifffahrt an der Güterbeförderung liegt mit zehn Prozent sogar unter dem Wert von 13,5 Prozent im Ausgangsjahr 1999. Für uns ist das ein Grund mehr, den weiteren Ausbau von Binnenschifffahrtskanälen in Frage zu stellen.
Wir wollen die Nachhaltigkeitsstrategie nicht über Bord werfen. Sie ist angesichts der großen globalen Herausforderungen im ökologischen und sozialen Bereich nötiger denn je. Uns scheint aber, als wäre der Nachhaltigkeitsstrategie die Strategie abhanden gekommen.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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