Neue Internationale Kollegs geben Impulse für die Forschung

24.09.2009 | Berlin
Zwei neu ausgewählte Käte Hamburger Kollegs setzen Schwerpunkte in den Geisteswissenschaften

Zwei neue geisteswissenschaftliche Kollegs sind jetzt zur Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt worden. Internationale Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung werden seit 2007 vom BMBF gefördert. Sie sollen fachlich deutliche Schwerpunkte in den Geisteswissenschaften setzen und damit nicht nur internationale Sichtbarkeit, sondern auch strukturelle Veränderungen in der Forschungslandschaft bewirken.

In der diesjährigen dritten Ausschreibungsrunde wählte ein Gutachtergremium zwei Kollegs für die Förderung aus. Mit bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr für ein Kolleg haben herausragende Wissenschaftler die Möglichkeit, ihren selbstgewählten Forschungsfragen gemeinsam mit Fellows aus dem In- und Ausland nachzugehen. Die Leiter der Kollegs werden von administrativen Aufgaben sowie Lehrverpflichtungen entlastet und haben damit Zeit für ihre Forschung. Mit den Fellows bilden sie eine Lerngemeinschaft auf Zeit. Gerade die Konfrontation mit anderen Wissenskulturen und andere Herangehensweisen versprechen neue Erkenntnisse.

"Mit den Käte Hamburger Kollegs stärken wir die Rolle der Geisteswissenschaften ganz entschieden - sowohl innerhalb Deutschlands als auch international. Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr hervorragende Kandidaten für die Förderung gefunden haben", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, anlässlich der Auswahl der neuen Kollegs am Donnerstag in Berlin.

Käte Hamburger ist die Namenspatronin dieses Programms. Die 1896 in Hamburg geborene Käte Hamburger wurde im Fach Philosophie an der Universität München promoviert, emigrierte 1934 nach Schweden und kehrte 1956 aus dem Exil nach Stuttgart zurück, wo sie sich 1956 mit dem Werk "Die Logik der Dichtung" habilitierte. Mit diesem Werk schuf Käte Hamburger ein Standardwerk der deutschen Literaturwissenschaft, das national und international große Resonanz erzeugte.

In den beiden ersten Ausschreibungsrunden wurden bisher sieben Kollegs ausgewählt, die inzwischen ihre Arbeit aufgenommen haben. Sie setzen Schwerpunkte auf Gebieten der Religionsgeschichte, Medienphilosophie, Theaterwissenschaften, Sinologie, Umweltgeschichte, Kulturgeschichte sowie Sozialgeschichte.

In der dritten Runde zur Förderung empfohlene Kollegs:

Recht als Kultur

Für eine geisteswissenschaftliche Erforschung von Recht im Globalisierungsprozess

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Professor Dr. jur. Werner Gephart

Europas Osten im 20. Jahrhundert. Historische Erfahrungen im Vergleich

Friedrich-Schiller Universität Jena

Professor Dr. Joachim von Puttkamer

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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