Pharmaindustrie bekommt den Hals nicht voll genug
Den Worten müssen jetzt jedoch auch Taten folgen! Wir können es uns nicht länger erlauben, dass die Pharmaindustrie zulasten der Versicherten ihre Gewinne maximiert. Wir brauchen jetzt ein Entgegenkommen, um die Situation zu entschärfen."
Besonderes Augenmerk sei auf die Originalpräparate zu legen. Hier sei allein in den vergangenen drei Jahren eine Preisexplosion von fast 40 Prozent zu verzeichnen gewesen, so Kailuweit. Insgesamt sind die Arzneimittelausgaben seit 2006 pro Versicherten um fast 23 Prozent gestiegen, das waren fast 4,7 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr haben die Krankenkassen voraussichtlich 30 Milliarden Euro für Medikamente bezahlt. Die Arzneimittelpreise liegen zudem in Deutschland deutlich über dem europäischen Niveau. Weil die Pharmahersteller die Preise hierzulande frei bestimmen dürfen, verlangt die Industrie teilweise bis zu 60 Prozent mehr. "Ein und dasselbe Medikament ist zum Teil über 1000 Euro teurer. Wer anscheinend den Hals nicht voll genug bekommt, muss seitens der Politik zu einem Umdenken gezwungen werden", so Kailuweit.
Nach Berechnungen der KKH-Allianz gibt es im Bereich der Arzneimittelpreise ein erhebliches Einsparpotenzial. "Fast fünf Milliarden Euro könnten durch diverse Maßnahmen bei Medikamenten in der gesamten GKV gespart werden", erklärt Kailuweit. Durch die Senkung der deutschen Preise auf europäisches Niveau (Sparpotenzial rd. 1 Mrd. Euro), durch die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent (rd. 3,3 Mrd. Euro) und durch die Anhebung des gesetzlichen Herstellerrabattes für alle Nicht-Festbetragsarzneimittel von derzeit sechs auf zehn Prozent (440 Millionen Euro) würde allein diese erhebliche Einsparsumme generiert werden können.
Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz
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