Pharmaindustrie bekommt den Hals nicht voll genug

19.02.2010 | Hannover
KKH-Allianz Chef Ingo Kailuweit fordert nach ersten Gesprächen mit Vertretern von Krankenkassen und Pharmaunternehmen im Bundesgesundheitsministerium rasches Handeln. "Dass der Bundesgesundheitsminister Pharmaunternehmen zu Gesprächen ins Ministerium eingeladen hat, begrüße ich ausdrücklich.

Den Worten müssen jetzt jedoch auch Taten folgen! Wir können es uns nicht länger erlauben, dass die Pharmaindustrie zulasten der Versicherten ihre Gewinne maximiert. Wir brauchen jetzt ein Entgegenkommen, um die Situation zu entschärfen."

Besonderes Augenmerk sei auf die Originalpräparate zu legen. Hier sei allein in den vergangenen drei Jahren eine Preisexplosion von fast 40 Prozent zu verzeichnen gewesen, so Kailuweit. Insgesamt sind die Arzneimittelausgaben seit 2006 pro Versicherten um fast 23 Prozent gestiegen, das waren fast 4,7 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr haben die Krankenkassen voraussichtlich 30 Milliarden Euro für Medikamente bezahlt. Die Arzneimittelpreise liegen zudem in Deutschland deutlich über dem europäischen Niveau. Weil die Pharmahersteller die Preise hierzulande frei bestimmen dürfen, verlangt die Industrie teilweise bis zu 60 Prozent mehr. "Ein und dasselbe Medikament ist zum Teil über 1000 Euro teurer. Wer anscheinend den Hals nicht voll genug bekommt, muss seitens der Politik zu einem Umdenken gezwungen werden", so Kailuweit.

Nach Berechnungen der KKH-Allianz gibt es im Bereich der Arzneimittelpreise ein erhebliches Einsparpotenzial. "Fast fünf Milliarden Euro könnten durch diverse Maßnahmen bei Medikamenten in der gesamten GKV gespart werden", erklärt Kailuweit. Durch die Senkung der deutschen Preise auf europäisches Niveau (Sparpotenzial rd. 1 Mrd. Euro), durch die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent (rd. 3,3 Mrd. Euro) und durch die Anhebung des gesetzlichen Herstellerrabattes für alle Nicht-Festbetragsarzneimittel von derzeit sechs auf zehn Prozent (440 Millionen Euro) würde allein diese erhebliche Einsparsumme generiert werden können.

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Achter Familienbericht "Zeit für Familie": Viel Pragmatismus, wenig Innovation

14.03.2012 | Anlässlich der heutigen Beratung des Achten Familienberichts im Kabinett erklärt Christiane Reckmann,...

weiter in Achter Familienbericht "Zeit für ...

Kinderkommission zum Tag der Kinderrechte am 20. November 2011

18.11.2011 | Vor 22 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte...

weiter in Kinderkommission zum Tag der ...

Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag bei der Honorararztregelung muss weg!

16.11.2011 | Die Vergütungssituation der internistisch tätigen Belegärzte ist so desolat, dass zahlreiche interne...

weiter in Belegärzte: Der 20 %ige Abschlag ...



Aktuelles

Betreuungsausbau statt Betreuungsgeld!

Anlässlich der von der Koalition geplanten Verrechnung des...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Neuigkeiten

Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken

Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...

weiter ...

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Weitere Themen

Pixelpark sagt Nihao zum Kölner Chinajahr

www.chinajahr-koeln.de im Responsive Design

weiter ...

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Archiv

Geschäftsgeschenke - eine gute Idee?

In vielen Betrieben gehören Geschäftsgeschenke längst zum...

weiter ...