Photonik-Zentrum Kaiserslautern
"Innovative Produkte und Dienstleistungen sind der Motor der Wirtschaft. Sie sichern langfristig Arbeitsplätze." Dies betonte Wirtschaftsminister Hendrik Hering bei der Eröffnung des Photonik-Zentrums in Kaiserlautern. "Die Landesregierung sieht die Förderung von Schlüsseltechnologien als zentrales Element ihrer Technologie- und Innovationspolitik", sagte er weiter. Das Land unterstützt den Aufbau des Photonik-Zentrums mit insgesamt 2,7 Millionen Euro, die Hälfte davon sind EU-Mittel. Von diesem Zentrum profitieren sowohl die Unternehmen aus dem Kernbereich der Lasertechnik, für die ein kontinuierlicher Know-how-Transfer aus der Forschung gewährleistet wird, als auch Unternehmen mit Anwendungen in der (Laser-)Materialbearbeitung.
"Das Photonik-Zentrum passt sich ideal in die Forschungs- und Technologieregion Kaiserslautern ein und ist ein weiterer Baustein in dem Vorhaben, Kaiserslautern zu einem Zentrum der modernen Photonik auszubauen", so Hering weiter. Die Ausstrahlung des Photonik-Zentrum soll aber auch landesweit und darüber hinaus wirken: So sind Kooperationen mit dem RheinAhrCampus der FH Koblenz, dem Laserzentrum der HWK Koblenz sowie der im Aufbau befindlichen TIME GmbH in Wissen (Sieg) vorgesehen.
In Rheinland-Pfalz ist die gesamte Kette von den Herstellern von Einzelkomponenten, wie Laserkristallen und optisch nichtlinearen Kristallen, hochqualitativen optischen Beschichtungen oder Laserdioden, bis zu den Herstellern von Lasersystemen und optisch-nichtlinearen Systemen vorhanden. Hinzu kommt eine exzellente Forschung und Ausbildung im Photonikbereich an den rheinland-pfälzischen Hochschulen. Hier sind insbesondere die FH Koblenz mit dem RheinAhr-Campus in Remagen und die Technische Universität Kaiserslautern mit dem Landesforschungsschwerpunkt OPTIMAS zu nennen.
Auf Basis dieser Ausgangssituation sollen durch den Aufbau des Kompetenz- und Anwenderzentrums "Photonik-Zentrum Kaiserslautern" die im Land vorhandenen Stärken in den für rheinland-pfälzischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bedeutenden Schlüsseltechnologien Lasermikromaterialbearbeitung, Lasertechnik, nichtlineare Optik und optische Materialien ausgebaut werden. Das Photonik-Zentrum soll vor allem KMU Zugang verschaffen zu modernen Laserstrahlquellen und deren technisch-industriellen Anwendungen sowie modernster optischer Mess- und Analysetechnik.
Mit den am Photonik-Zentrum durchgeführten Forschungsarbeiten wird den rheinland-pfälzischen Lasertechnik-Unternehmen der Zugang zum Wissen für neue oder verbesserte Produkte bereitgestellt. Von dem Vorhaben profitieren ebenso Unternehmen mit Anwendungen in der Materialbearbeitung. Dies gilt insbesondere für die Branchen Metall, Glas, Keramik und Werkzeugherstellung.
Denn im Gegensatz zur etablierten Materialbearbeitung erfolgt der Wärmeeintrag bei ultrakurzen Laserpulsen nur auf einer sehr dünnen Schicht. Die nicht zu bearbeitende Umgebung an der Oberfläche bleibt kalt. Durch hochfrequente Wiederholung der Laserimpulse kann die Bearbeitungszone in der Fläche und Tiefe ausgedehnt werden. Diese Art der Materialbearbeitung bietet fertigungstechnisch zahlreiche Vorteile, bspw. das Bearbeiten von Glas, Keramik, Edelsteinen ohne thermische Schädigungen, die Mikromaterialbearbeitung bspw. von Metallen, die Bearbeitung von gehärteten Werkzeugen, die Strukturierung von Oberflächen zur Verminderung von Reibung (z.B. Zylinderwand in Verbrennungsmotoren).
Innovationen ermöglichen Unternehmen strategische Wettbewerbsvorteile. Gerade in Zeiten einer zunehmenden Globalisierung auch im Technologiesektor, kommt der raschen Umsetzung von Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung eine große Bedeutung bei. Eine besondere Rolle für die Zukunftsfähigkeit Europas spielen dabei Schlüsseltechnologien, die Lösungen für die Herausforderungen von heute bringen. Zu diesen Schlüsseltechnologien zählen die Optischen Technologien - insbesondere die Lasertechnik.
Quelle: Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
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